Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erteilte dem Impfstoff von Johnson & Johnson am Samstag eine Notfallzulassung. Im Gegensatz zu den anderen Vakzinen, die zwei Mal gespritzt werden müssen, wirkt das Mittel von Johnson & Johnson bereits nach Verabreichung einer Dosis vollumfänglich.

Notfallzulassung bei der FDA vergleichsweise einfach

Um eine Notfallzulassung der FDA zu erwirken, müssen im Vergleich nur niedrige Hürden überwunden werden. Dafür muss lediglich sichergestellt sein, dass ein Medikament oder Impfstoff nachweislich überwiegend hilft als dass es schadet. Die reguläre Zulassung ist hingegen ein erheblich langwierigerer Prozess.

Die bisherigen Daten zum Präparat von Johnson & Johnson zeigten, „dass die bekannten und potenziellen Vorteile des Vakzins seine bekannten und potenziellen Risiken überwiegen“, lautete es in der FDA-Mitteilung. Ausgangspunkt dafür seien Tests mit Zehntausenden Probanden in mehreren Ländern. Informationen zur Dauer des Impfschutzes lägen noch nicht vor, so die FDA. Außerdem gebe es auch keine belastbaren Ergebnisse darüber, ob Geimpfte das Coronavirus übertragen können.

Der aktuelle Impfstoff-Stand in der EU

In der EU sind die Impfstoffe der Unternehmen Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca bereits auf dem Markt. Die EU-Kommission hat von Johnson & Johnson Impfdosen für 200 Millionen Menschen geordert. Darüber hinaus hat sie die Möglichkeit auf ausreichende Mengen für nochmals zusätzlich 200 Millionen Personen.

Johnson & Johnson hatte Ende Januar ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44 000 Probanden veröffentlicht. Demzufolge biete der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Corona-Krankheitsverläufen. Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde hingegen mit 85 Prozent notiert. Dies bedeutet, dass in der geimpften Probandengruppe weniger Fälle auftraten als in der Placebo-Probandengruppe.

Das sagt Präsident Biden

US-Präsident Joe Biden sieht die Zulassung eines dritten Impfstoffs als wichtigen Meilenstein bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Laut seiner Aussage gebe es ein „Licht am Ende des Tunnels“, jedoch noch keinen Grund zur Entwarnung. Wichtig sei, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu impfen und Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten.

So reagiert die Börse

Unterdessen steigt die Johnson & Johnson-Aktie an der NYSE vorbörslich um 3,49 Prozent auf 163,99 Dollar.