Die QuantumScape-Aktie (WKN:A2QJX9) ist 73 % von ihrem Höchststand von über 131 USD im Dezember letzten Jahres entfernt. Die Aktie wird sogar auf einem Niveau gehandelt, das unter dem Eröffnungskurs liegt. Für ein aufstrebendes Tech-Unternehmen ist die Volatilität der QuantumScape-Aktie nicht allzu auffällig. Die entscheidende Frage ist: Ist die Aktie nach dem starken Kursrückgang jetzt ein Kauf? Und kann sie mit der Zeit Multibagger-Renditen schaffen? Werfen wir einen genaueren Blick darauf, was bei QuantumScape funktionieren könnte – und was nicht.

Was funktionieren könnte

In erster Linie ist die größte Attraktion von QuantumScape seine vielversprechende Technologie. Das Unternehmen will einen großen Durchbruch in der Batterietechnologie der nächsten Generation erzielt haben. Momentan verwenden Elektrofahrzeuge Lithium-Ionen-Batterien. Obwohl sie eine große Verbesserung gegenüber ihren Vorgängern – Nickel-Cadmium-Batterien – darstellen, haben Lithium-Ionen-Batterien ihre Eigenheiten.

Zunächst einmal ist ihre Energiedichte – die Menge an Energie, die pro Kilogramm oder pro Liter Volumen erzeugt wird – gering. Das macht sie sperriger. Da sich ein höheres Gewicht negativ auf die Leistung eines Fahrzeugs auswirkt, haben Elektrofahrzeuge derzeit eine begrenzte Reichweite und müssen häufig aufgeladen werden.

QuantumScape nutzt die Festkörperbatterie-Technologie und hat Lithium-Metall-Batterien entwickelt, die eine höhere Energiedichte haben. Außerdem lassen sie sich schneller aufladen und könnten weniger kosten als Lithium-Ionen-Batterien. Sollte diese Technologie erfolgreich sein, könnte sie den Markt für Elektrofahrzeuge grundlegend verändern.

Die zweite Sache, die QuantumScape begünstigt, ist die Unterstützung von namhaften Leuten. Abgesehen von einem erfahrenen Managementteam, hat das Unternehmen Investoren wie Bill Gates und Volkswagen (WKN: 766403). Mehrere namhafte Vorstandsmitglieder kommen aus der Autoindustrie. Das Unternehmen hat mehr als ein Jahrzehnt mit der Erforschung dieser Batterietechnologie verbracht und scheint seinem Ziel verpflichtet zu sein.

Und schließlich wird QuantumScape mit Volkswagen einen nahezu sicheren Käufer haben, sollte es die kommerzielle Produktion von Batterien aufnehmen. Volkswagen will bis 2030 mehr als 25 Millionen Elektrofahrzeuge bauen. Volkswagen hat QuantumScape eine Finanzierung von 300 Millionen USD zugesagt. Darüber hinaus hat das Unternehmen ein Joint Venture mit QuantumScape für die kommerzielle Produktion von Batterien gegründet. Bemerkenswert ist, dass diese Partnerschaft QuantumScape nicht verpflichtet, ausschließlich an Volkswagen zu liefern. Das Unternehmen kann potenziell auch an andere Automobilhersteller liefern.

Was hier nicht funktionieren könnte

Es gibt mehrere Faktoren, die QuantumScapes Pläne beeinträchtigen könnten. In erster Linie hat das Unternehmen derzeit noch kein kommerziell nutzbares Produkt. Die Batterietechnologie des Unternehmens wurde bisher nur stichprobenartig in Laboren getestet. Es gibt noch viele Unbekannte zwischen jetzt und dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen glaubt, ein Produkt für den kommerziellen Einsatz bereit zu haben.

Zum Beispiel verwendet QuantumScape einen proprietären Separator in seinen Lithium-Metall-Batterien. Das Unternehmen erwartet technische Herausforderungen, wenn es die Abmessungen und das Volumen dieses Festkörper-Separators vergrößert. Um die erforderliche Energiedichte zu erreichen, müssen einschichtige Zellen in einem mehrschichtigen Format gestapelt werden. Das Unternehmen hat noch keine mehrschichtigen Zellen in den für Elektrofahrzeuge erforderlichen Dimensionen gebaut und verfügt noch nicht über die Fertigungsprozesse, um solche Zellen in großen Mengen zu entwickeln.

Außerdem hat das Unternehmen noch nicht die Zusammensetzung des Kathodenmaterials festgelegt, das in seinen Festkörperbatterien verwendet werden soll, und ob es den Anforderungen von Elektrofahrzeugen entspricht oder nicht. Kurz gesagt, die Festkörpertechnologie von QuantumScape könnte nicht die gewünschten Ergebnisse liefern. Oder sie könnte am Ende teurer werden, als das Unternehmen erwartet.  

Der zweite Faktor, der gegen QuantumScape arbeiten könnte, ist der harte Wettbewerb. QuantumScape ist nicht das einzige Unternehmen, das versucht, die Solid-State-Technologie zu kommerzialisieren. Toyota (WKN: 853510) zum Beispiel plant, bis 2025 Fahrzeuge mit Solid-State-Batterien zu produzieren. Das Unternehmen will bereits in diesem Jahr einen Prototypen auf den Markt bringen. Neben der Partnerschaft mit Panasonic wird Toyota vermutlich auch von der japanischen Regierung unterstützt. Toyota besitzt bereits mehr als 1.000 Patente im Zusammenhang mit der Festkörperbatterie-Technologie.

Auch die führenden Anbieter von Lithium-Ionen-Batterien forschen an der Solid-State-Technologie. Schließlich gibt es mehrere Unternehmen im Entwicklungsstadium, die an der Batterietechnologie der nächsten Generation arbeiten, wie EnergyX und Amprius.

QuantumScape hat mehr als 200 Patente und Patentanmeldungen in Bezug auf seine Batterietechnologie. Das scheint mehr zu sein als bei den meisten Konkurrenten, abgesehen von Toyota. Mit der Unterstützung von Volkswagen scheint QuantumScape also gut positioniert zu sein, um dem Wettbewerb die Stirn zu bieten.

Ein weiteres potenzielles Problem sind Patentverletzungen. Obwohl die Patentrechte in den USA besser geschützt sind, könnte es in anderen Ländern schwierig und teuer sein, sie zu schützen. Andererseits könnten QuantumScapes Konkurrenten einige Patente halten, die in den Produktionsprozess eingreifen könnten, was zu Klagen führen könnte. Das wiederum könnte es für QuantumScape schwierig machen, seine Geschäfte weiterzuführen.

Der letzte Punkt, der gegen QuantumScape spricht, ist die lange Zeit, bevor das Unternehmen profitabel werden könnte. Das Unternehmen erwartet, dass es im Jahr 2027 ein positives EBITDA erwirtschaften wird. Derweil können viele Dinge gegen das Unternehmen sprechen. Die größte Gefahr ist, dass ein Konkurrent die Technologie vor QuantumScape auf den Markt bringt.

Fazit

Außerdem erwartet QuantumScape nicht, zusätzliche Finanzmittel zu benötigen, bis es die kommerzielle Produktion startet. Das bedeutet weniger potenzielle Verwässerung des Aktienbestands. Basierend auf dem prognostizierten EBITDA von 1,6 Milliarden USD im Jahr 2028 scheint die Bewertung der Aktie nach dem Rückgang von mehr als 70 % angemessen.

Kann QuantumScape die Ziele erreichen? Natürlich. Das Unternehmen scheint sich in einem vielversprechenden Segment stark zu engagieren. Und es scheint einen Vorsprung und einen Vorteil zu haben. Dennoch ist die Konkurrenz groß und es gibt noch viel Unsicherheit zwischen den Tests, der kommerziellen Produktion und dem realen Betrieb. Aber ich denke, dass die Pluspunkte überwiegen. Daher könnte QuantumScape seine Anleger tatsächlich zu Millionären machen.

Der Artikel Könnte die QuantumScape-Aktie Anleger zu Millionären machen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Rekha Khandelwal besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 21.4.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Rekha Khandelwal, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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