Es war definitiv ein Paukenschlag, als bekannt wurde, dass Warren Buffett und Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) Aktien von Amazon (WKN: 906866) gekauft haben. Per Ende März hielt das Orakel von Omaha noch Anteilsscheine im Wert von ca. einer Milliarde Euro. Damit könnte der Starinvestor außerdem zugegeben haben: Ja, Tech-Aktien wie Amazon sind ein Renner. Und der E-Commerce ist langfristig weiterhin ein attraktives Trendthema.

Wie auch immer, aufgrund einer solchen Einschätzung stellt sich jetzt womöglich die Frage: Wäre die Aktie von JD.com (WKN: A112ST) womöglich auch etwas für das Orakel von Omaha? Immerhin sind die Geschäftsmodelle dieser beiden E-Commerce-Akteure grundsätzlich ziemlich ähnlich.

Werfen wir im Folgenden daher einen Blick auf Dinge, die dem Starinvestor womöglich gefallen könnten. Allerdings auch darauf, was womöglich dazu führen könnte, dass Buffett hier nicht den Kaufknopf drückt. JD.com könnte hier vielleicht ein sehr, sehr spezieller Fall sein.

Die Likes: Darum könnte JD.com Buffett gefallen!

Zunächst agieren wir an dieser Stelle mit einer sehr offenkundigen Prämisse: Natürlich ist JD.com in gewisser Weise eine Tech-Aktie. Allerdings war das Amazon auch und Buffett hat dennoch zugegriffen. Entsprechend ist die Prämisse, dass das Thema E-Commerce kein Hindernis für das Orakel von Omaha sein müsste. Vielleicht ist das sogar ein Bereich, der jetzt mehr auf dem Schirm des Starinvestors ist.

Immerhin: Das, was Buffett an diesem Geschäftsmodell gefallen könnte, ist der klare Wachstumstreiber und das einfach verständliche Geschäftsmodell. Der E-Commerce löst über kurz oder lang zumindest teilweise den Einzelhandel ab. Ein großer, wachsender Teil der Umsätze wird auch künftig im digitalen Handel erzielt. Buffett könnte gut damit beraten sein, dieses Geschäft nicht zu ignorieren. Mit Amazon hat er es ja auch erstmalig bereits nicht mehr.

JD.com besitzt dabei, ähnlich wie Amazon, einen gewissen Wettbewerbsvorteil: Durch das Halten und Aufbauen eigener Logistik kontrolliert das Unternehmen den gesamten Prozess. Das mag zwar kapitalintensiver sein, stellt langfristig jedoch sicher, dass Qualität stets eine große Rolle spielt. Gleichzeitig ist die logistische Infrastruktur auch ein Wettbewerbsvorteil. Vor allem, wenn es über kurz oder lang um schnelle, effiziente Prozesse wie zügigen Versand geht. Hier kann JD.com womöglich eher glänzen als Alibaba, das bloß als Plattformbetreiber fungiert. Und die Prozesse und Produkte nicht in der eigenen Hand hält.

Auch die Bewertung könnte attraktiv für Buffett sein: JD.com wird derzeit mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 98,5 Mrd. US-Dollar bewertet und ist entsprechend kleiner als viele große E-Commerce-Akteure. Gemessen an den letzten Quartalsumsätzen in Höhe von 20,6 Mrd. US-Dollar wäre die Aktie jetzt mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,2 bewertet. Für einen E-Commerce-Akteur mit Wachstumsraten von 20,7 % im Jahresvergleich könnte das preiswert sein.

Nicht-Likes: Das könnte Buffett missfallen!

Es gibt allerdings auch gewisse Dinge, die Buffett an JD.com eher nicht schätzen könnte. Das Thema E-Commerce und vor allem die neuen Ambitionen im Cloud-Segment sind jedenfalls nicht die beliebteste Spielwiese des Orakels von Omaha. Und mit Amazon setzt der Starinvestor auf einen klaren Marktführer. Das kann man bei JD.com jedenfalls nicht behaupten.

Nein, Plattformbetreiber Alibaba ist im asiatischen Raum schließlich mit einem Marktanteil von ca. 50 % weiterhin die führende Kraft. Da wird JD.com vermutlich auch nicht so schnell dazwischenfunken können. Dass Buffett auf einen Underdog in einem seiner nicht unbedingt primären Bereiche setzt, halte ich doch eher für unwahrscheinlich.

Zudem könnte Buffett zögern, auf einen chinesischen E-Commerce-Akteur zu setzen. Das Orakel von Omaha dürfte lieber die Konsumvorlieben der US-Amerikaner diesbezüglich analysieren wollen. Von den chinesischen E-Commerce-Präferenzen hat er vermutlich wenig Ahnung. Möglicherweise zu wenig, um Millionen oder Milliarden zu investieren.

Nein, Buffett wird vermutlich eher nicht investieren!

Im Endeffekt zeigt mir der Überblick daher: Warren Buffett wird vermutlich nicht in JD.com, die chinesische Variante von Amazon, investieren. Der E-Commerce könnte dagegen sprechen, genauso wie die Wettbewerbsposition als Verfolger. Sowie die neuen Ambitionen im Cloud-Bereich. Und vielleicht auch der chinesische Markt an und für sich.

Wie auch immer: Im Endeffekt ist es auch egal, ob Buffett investiert. Denn wenn dir gefällt, was du siehst, könnte die Aktie von JD.com vielleicht eine interessante Option für dich sein.

The post Könnte Warren Buffett JD.com gefallen? Das Orakel setzt schließlich auch auf Amazon! appeared first on The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und JD.com. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Jd.com und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon, Short September 2020 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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