BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundeskabinett will an diesem Dienstag voraussichtlich ein rund zwei Milliarden Euro schweres sogenanntes Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche auf den Weg bringen. Mit einer Milliarde Euro sollen Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler in den Bundesländern unterstützt werden. Es wird davon ausgegangen, dass jeder vierte Schüler Lernrückstände aufzuholen hat. Eine weitere Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern.

Geplant ist unter anderem eine Einmalzahlung von 100 Euro für Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben, wie SPD-Chefin Saskia Esken am Montag gesagt hatte. Das Geld soll je nach Bedarf für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können. Mehr Geld soll zudem für Sprachförderung an Kitas in sogenannten sozialen Brennpunkten zur Verfügung gestellt werden, weil viele Kinder die Einrichtungen nicht besuchen konnten. Auch eine stärkere Förderung kostengünstiger Ferienfreizeiten ist geplant.

Neben dem Aufholprogramm wird das Kabinett voraussichtlich auch die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule auf den Weg bringen. Kinder, die ab dem Schuljahr 2025/2026 eingeschult werden, sollen nach den Plänen von Bundesfamilien- und Bundesbildungsministerium in den ersten vier Schuljahren einen Anspruch auf ganztägige Betreuung bekommen - für mindestens acht Stunden an Wochentagen und auch in den Ferien.

Die Kabinettssitzung findet in dieser Woche bereits am Dienstag statt, weil für Mittwoch die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen geplant sind. Die endgültige Tagesordnung für das Kabinett sollte nach Angaben aus Regierungskreisen erst in der Nacht zum Dienstag feststehen./jr/DP/jha