BERLIN (dpa-AFX) - Kanzleramtschef Helge Braun hat sich angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen für schärfere Corona-Regeln in Hotspots ausgesprochen. Weil ein "Lockdown dieser Art" auf Dauer nicht funktioniere, werde man "mindestens in den Hotspots nochmal richtig deutliche Verschärfungen machen müssen", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen". Jede Region, jedes Bundesland und jeder Landkreis müsse eine Dynamik aufweisen, die zügig unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern pro Woche heruntergehe.

Wenn es von Länderseite die Bereitschaft gebe, etwas gemeinsam gegen die Hotspots zu tun, dann sei die Bundesregierung sofort dabei, sagte Braun weiter. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hatte zuvor eine weitere Ministerpräsidentenkonferenz noch vor Weihnachten ins Gespräch gebracht. Man werde "wahrscheinlich" noch einmal eine Konferenz vor Weihnachten brauchen, sagte Söder am Sonntag nach einer Sondersitzung seines Kabinetts in München. Man müsse sich wohl noch einmal unterhalten, was an Weihnachten und insbesondere über Silvester stattfinde.

Bislang ist eine neue Ministerpräsidentenkonferenz für den 4. Januar geplant. Bei ihrer vergangenen Konferenz am 25. November hatten Bund und Länder nur allgemein vereinbart, dass bei besonders hohen Infektionslagen mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern pro Woche noch einmal verschärfte Maßnahmen ergriffen werden. Mehrere Länder haben bereits von sich aus Schritte eingeleitet.

Mit Blick auf Silvester sagte Braun, es sollte keine Partys geben. Bund und Länder hatten vereinbart, bei Familientreffen vom 23. Dezember bis 1. Januar zehn Personen plus Kinder zuzulassen. Der Kanzleramtschef betonte, der Spielraum sei gedacht gewesen für Menschen, die über Weihnachten arbeiten müssen. Diese Regelung dürfe aber kein Einfallstor für Millionen andere sein, Silvester Partys zu feiern. Braun warb dafür, Weihnachtsbesuche bis 27./28. Dezember zu beschränken. Das bayerische Kabinett hat die geplanten Lockerungen auf den Zeitraum vom 23. bis zum 26. Dezember begrenzt.

Braun rechnet damit, dass die Pandemie 2021 "schrittweise ihren Schrecken verliert". "Aber wie weit wir wirklich kommen, kann keiner sagen." Wenn im Frühjahr besonders gefährdete Gruppen geimpft seien, könne man "schon sehr sehr weit kommen". Wenn der Sommer weiter helfe, durch diese Zeit zu kommen, sei er zuversichtlich, dass man Herbst nicht mehr mit solchen Beschränkungen arbeiten müsse./shy/DP/zb