BERLIN (dpa-AFX) - Auszubildende in Deutschland sollen nach dem Willen der Bundesregierung in ihrer Ausbildung stärker mit digitaler Technik vertraut werden. "Wir reden immer sehr viel über die Digitalisierung der Schulen und Hochschulen", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Genau so große Aufmerksamkeit müssen wir aber auch darauf legen, dass die berufliche Ausbildung immer auf der Höhe der Zeit ist und auch mit der Digitalisierung Schritt hält."

An diesem Freitag finde eine Online-Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Digitalisierung der beruflichen Bildung statt. Karliczek sagte, für die Fachkräfte der Zukunft sei moderne berufliche Bildung nötig. Die Digitalisierung müsse in die Breite der beruflichen Ausbildung getragen werden. "Auch der Unterricht an den Berufsschulen muss der Digitalisierung der Arbeitswelt entsprechen."

Gewerkschaften hatten der Politik immer wieder vorgeworfen, zu wenig in Berufsschulen zu investieren. Dort ist die Ausstattung aus Gewerkschaftssicht deshalb auf einem oft veralteten Stand. Karliczek sagte: "Wir müssen in nächster Zeit vor allem die Lehrkräfte in den Berufsschulen weiterbilden und auch die Ausstattung der Berufsschulen verbessern."

Bei der Veranstaltung mit Merkel solle es um gute Beispiele und längerfristige Perspektiven gehen, so die Bildungsministerin. In den meisten Ausbildungsberufen seien fachspezifische Digitalkenntnisse notwendig - "und zwar zusätzlich zu den traditionellen fachlichen Kompetenzen". Im Zimmereihandwerk zum Beispiel müssten die Auszubildenden auch lernen, wie man Holzbauteile digitalgestützt anfertigt./bw/DP/stk