BERLIN (dpa-AFX) - Nach Ansicht von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kann Deutschland mit den Ergebnissen seiner Schüler bei der Vergleichsstudie Pisa nicht zufrieden sein. "Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein", sagte die CDU-Politikerin laut einer gemeinsamen Mitteilung ihres Ministeriums und der Kultusministerkonferenz vom Dienstag. Karliczek hob hervor, dass Deutschland ein gutes Schulsystem habe und auch in dieser Pisa-Studie leicht über dem OECD-Durchschnitt liege. "Damit können wir aber nicht zufrieden sein. Andere Staaten ziehen an uns vorbei."

Besonders bedenklich sei, dass jeder fünfte 15-Jährige nicht einmal auf Grundschulniveau lesen könne, sagte Karliczek. Bund und Länder seien gemeinsam gefordert, das Bildungssystem weiter zu verbessern, "jeder in seinem Verantwortungsbereich". So werde der Bund Programme zur frühkindlichen Leseförderung "noch konsequenter weiterverfolgen".

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, der hessische Ressortchef Alexander Lorz (CDU), erklärte, im internationalen Vergleich verfügten 15-Jährige in Deutschland über gute Kompetenzen. "Es gelingt den Schulen, bei einer deutlich stärkeren Heterogenität der Schülerschaft weiterhin gute Ergebnisse im internationalen Vergleich zu erzielen." Ihn stimme zuversichtlich, dass Schüler mit Zuwanderungshintergrund in der zweiten Generation sich gegenüber früheren Pisa-Studien deutlich verbessert hätten. "Es belegt, dass die Schulen einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Integration in unsere Gesellschaft leisten."

Die deutschen Schüler haben sich in dem internationalen Leistungsvergleich Pisa leicht verschlechtert. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften erzielten sie etwas weniger Punkte als bei der vorherigen Pisa-Studie, die 2016 veröffentlicht wurde./sku/DP/zb