BERLIN (dpa-AFX) - Die großen deutschen Aktiengesellschaften beschäftigen insgesamt nur wenige Flüchtlinge. Eine Ausnahme bildet hier die Deutsche Post , wie die Ergebnisse einer Umfrage des Mediendienstes Integration bei den 40 Dax -Konzernen zeigen.

Da die Unternehmen oft nicht wissen, welche ihrer Mitarbeiter Flüchtlinge sind, war auch nach Mitarbeitern aus den acht häufigsten außereuropäischen Asylherkunftsstaaten gefragt worden - Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, Eritrea, Somalia, Nigeria und Pakistan.

Die Deutsche Post habe mitgeteilt, aktuell 5700 geflüchtete Menschen zu beschäftigen, teilte der Mediendienst mit. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer zählte demnach 81 Geflüchtete. Bei Henkel waren den Angaben zufolge 50 Flüchtlinge beschäftigt. Der Pharmazulieferer Sartorius gab die Zahl der Beschäftigten, die Flüchtlinge sind, beziehungsweise aus einem der acht Staaten stammen, mit 28 an. Bei RWE waren es demnach 26 Beschäftigte, bei Adidas 25, bei Puma 21, bei der Allianz 20 und fünf bei Brenntag .

Auf die Anfrage des Mediendienstes Integration hatten 32 der insgesamt 40 Dax-Unternehmen geantwortet. Davon gaben 22 Unternehmen an, keine Zahlen bieten zu können. Von den zehn Unternehmen, die Informationen lieferten, teilte ein Unternehmen mit, keine Geflüchteten zu beschäftigen.

Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar haben mehrere deutsche Unternehmen ihre Bereitschaft signalisiert, Kriegsflüchtlinge von dort einzustellen. Das Staatsunternehmen Deutsche Bahn hat nach Angaben von Bahn-Personalvorstand Martin Seiler inzwischen mehr als zwei Dutzend Ukraine-Flüchtlinge eingestellt. Anders als während der sogenannten Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 ist die Mehrheit der Flüchtlinge aus der Ukraine weiblich. Viele von ihnen sind Mütter mit Kindern im Kita- oder Grundschulalter, so dass hier auch die Frage der Beschulung, beziehungsweise Kinderbetreuung eine Rolle spielt./abc/DP/jha