Die Schlagzeile wirkt möglicherweise ein bisschen so, als sei sie zwei, drei Wochen alt, inzwischen wissen wir jedoch: Die USA verzichten weitgehend auf Sanktionen gegen Nord Stream 2 und Gazprom (WKN: 903276). Ein Befreiungsschlag, der insbesondere als Zeichen für eine Zusammenarbeit mit Deutschland gewertet wird. Und als Beweis dafür, dass die jetzige US-Politik der Diplomatie den Vorrang gewährt.

Allerdings dürfte das noch nicht alles beim Thema Gazprom und Nord Stream 2 gewesen sein. Es hat sich bei diesem Einlenken möglicherweise abgezeichnet, dass die USA eine Gegenleistung erwarten. Schauen wir im Folgenden einmal, warum Deutschland augenscheinlich nicht dazu bereit ist.

Gazprom & Nord Stream 2: Kein Entgegenkommen?

Wie wir jetzt mit Blick auf eine Schlagzeile des Handelsblatts zum Thema Gazprom und Nord Stream 2 lesen können, hält Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar nicht viel von einer Gegenleistung. Die Kanzlerin antwortete auf die Frage des Blattes, dass man die Entscheidung aus den USA zunächst einmal begrüße. Mehr jedoch möglicherweise nicht.

Unsere Kanzlerin sagte weiterhin, dass es zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel vermutlich noch Gespräche mit den USA bezüglich Nord Stream 2 gebe. Allerdings auch, dass man kein weiteres Verhandlungsangebot an die USA unterbreitet habe.

Merkel ist weiterhin der Auffassung, dass die extraterritorialen Sanktionen ein Mittel seien, das grundsätzlich hinterfragt werden müsse. Oder anders gesagt: Durch den Verzicht auf Sanktionen gegen Nord Stream 2 ist eigentlich der ursprüngliche Status quo wiederhergestellt. Teilen kann man diese Meinung durchaus, immerhin hatten die Gesetze zum Schutze der europäischen Energiesicherheit auch einen starken Eigengeschmack. Nämlich nach Individualinteressen vonseiten der USA.

Kommt es erneut zum Affront?

Es ist gewiss nicht Foolish, politisch zu denken, im Kontext von Gazprom und Nord Stream 2 haben wir uns das inzwischen jedoch ein wenig angewöhnt. Grundsätzlich positiv ist zunächst, dass die Sanktionen vom Tisch sind. Ich schätze, das dürfte auch so bleiben. Der neue US-Präsident Biden wirkt jedenfalls nicht wie ein Mann, der seine Meinung schnell wechselt. Trotzdem berichtet das Handelsblatt mit Verweis auf Washington ebenfalls von Frust.

Es könnte daher zumindest ein gutes Zeichen sein, wenn Deutschland und die USA zum Thema Nord Stream 2 einen thematischen Austausch vornehmen und der neue Europa- und Deutschland-Freund Biden jetzt nicht zum Verlierer in der Causa gemacht würde. Eigennützige Gedanken könnten kontraproduktiv sein.

Das gilt übrigens nicht nur beim Thema Gazprom und Nord Stream 2. Nein, sondern auch bei allen anderen Entscheidungen, die in Zukunft anstehen. Die Beziehungen zwischen Deutschland, der EU und den USA dürften überaus wichtig für die Wirtschaft sein. Einen Affront zu vermeiden könnte auch von hiesiger Seite von größerem Interesse sein.

Der Artikel Kein deutsches Entgegenkommen bei Gazprom & Nord Stream 2? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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