Ein schwarzer Schwan ist häufig, was einen Crash an den Aktienmärkten bedingt. Wenn etwas Unvorhersehbares plötzlich auftaucht und die Investoren kalt erwischt, kommen Angst und Panik dazu. Man könnte daher sagen, ein solches Ereignis ist das, was letztlich die emotionale Komponente ist.

Aber gibt es in diesen Tagen einen schwarzen Schwan? Oder möglicherweise viele kleinere schwarze Schwäne? Vielleicht eine relevante Frage. Die sich jedoch nicht so ganz eindeutig beantworten lässt. Wie denn auch? Mit Gewissheit würde es die Investoren nicht mehr unvorbereitet treffen.

Kein schwarzer Schwan, viele schwarze Schwäne

Grundsätzlich können wir sagen, dass es gewisse Risiken und Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte gibt. So blicken wir beispielsweise auf Evergrande, das möglicherweise vor dem Kollaps steht. Auch in diesen Tagen geht das Kapitel weiter. Der Handel ist zwischenzeitlich sogar ausgesetzt gewesen. Unzweifelhaft können wir ein Risiko erkennen, das Börsen und Aktienmärkte prägt.

Aber ist das der schwarze Schwan? Er könnte zumindest sein Pulver ein wenig verschossen haben. Schließlich ist das Kapitel schon die eine oder andere Woche alt. Noch ist es nicht zum Super-GAU gekommen. Je nachdem, welche Kreise eine mögliche Pleite zieht, ist jedoch noch Potenzial für Angst und Panik vorhanden. Zumindest theoretisch, wobei die Marktteilnehmer sich bereits ein wenig vorbereiten konnten.

Es gibt jedoch auch andere Dinge, die das Potenzial eines schwarzen Schwans haben könnten. Hohe Notierungen von Brent und WTI sind möglicherweise ein Bremsklotz für die Weltwirtschaft. Auch die Inflation wird mit durch höhere Rohstoffpreise getrieben. Vielleicht sind das alles kleinere Herde, die insgesamt zu einer Belastung führen können. Oder zu vielen kleinen Faktoren, die ein gewisses Maß an Volatilität auslösen.

Manchmal ist es der bekannte Tropfen, der ein Fass zum Überlaufen bringt. So ist es möglicherweise auch mit der aktuellen Ausgangslage. Wobei es vielleicht viele kleine schwarze Schwäne gibt, die zusammengenommen die Investoren hart und vor allem auf dem falschen Fuß erwischen. Aber kein einzelnes Ereignis ist ausreichend, für sich allein genommen.

Viel Theorie, wenig Praxis

Im Endeffekt ist all das jedoch auch nur gemutmaßt. Wissen tun wir lediglich, dass mit Evergrande, der Inflation und den hohen Ölpreisen mindestens drei belastende Faktoren vorhanden sind. Reichen sie für einen Crash? Oder zumindest für eine etwas tiefere Korrektur? Fragen über Fragen. Doch selbst wenn: Wichtig ist, was du als Investor machst. Natürlich klingt ein schwarzer Schwan wenig optimistisch. Er kann jedoch auch ein Bote für herausragende Renditen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sein.

Der Artikel Kein schwarzer Schwan, viele kleine „Schwänchen“ ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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