Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Dividendenrendite sind weiterhin erste attraktive Anhaltspunkte für Einkommensinvestoren. Mithilfe dieser beiden fundamentalen Kennzahlen ist es möglich, ein gewisses Gespür für eine Aktie zu bekommen. Zumindest zur Orientierung kann das einen schnellen Überblick verschaffen.

Natürlich gilt es noch weitere Kriterien zu berücksichtigen. Beispielsweise die Qualität des Unternehmens oder auch Wettbewerbsvorteile. Das KGV und die Dividendenrendite können aber auch hier helfen zu überlegen, ob die Bewertung die Qualität des Unternehmens und das zukünftige Renditepotenzial widerspiegelt.

Heute wollen wir bei einer beliebten Dividendenaktie diese beiden fundamentalen Kennzahlen in den Fokus rücken. Vielleicht ergibt sich eine Chance. Oder aber das Bild einer insgesamt zu teuren Dividendenaktie. Mal sehen, welches Fazit wir unterm Strich ziehen.

KGV 31,3, Dividendenrendite 3,03 %: Die Coca-Cola-Aktie

Die Aktie, um die es heute gehen soll, ist die von Coca-Cola (WKN: 850663). Die wesentlichen Eckpfeiler sind ja eigentlich mit Blick auf das KGV und die Dividendenrendite schon bekannt. Trotzdem dürfte es mit Sicherheit angebracht sein, einen leicht erweiterten Kontext nachzuliefern.

Die Coca-Cola-Aktie kommt im Moment auf einen Aktienkurs von 56,24 US-Dollar (04.06.2021, maßgeblich für alle Kurse und fundamentalen Kennzahlen). Der 2020er-Gewinn je Aktie ist hingegen mit 1,80 US-Dollar vergleichsweise gering gewesen, was an einem schwächeren Absatz im COVID-19-Jahr 2020 im Restaurantgeschäft gelegen hat. Entsprechend beläuft sich das KGV derzeit auf 31,3. Wenn es der US-amerikanische Getränkekonzern jedoch schaffen sollte, an den Vorjahreswert von 2,09 US-Dollar heranzureichen, so würde sich der Wert auf moderatere 26,9 vergünstigen. Trotzdem bleibt das Bewertungsmaß im besten Fall moderat.

Coca-Cola schüttet mit einer Quartalsdividende von 0,42 US-Dollar und einer Jahresdividende von 1,68 US-Dollar den Großteil des Gewinns an die Investoren aus. Das Ausschüttungsverhältnis beläuft sich gemessen am 2020er-Gewinn je Aktie auf 93,3 %, die Dividendenrendite liegt hingegen bei 3,03 %. Das zeigt möglicherweise auch, dass die fundamentale Bewertung eher teuer ist.

Das, was die Coca-Cola-Aktie mit Blick auf KGV und Dividendenrendite daher braucht, ist eigentlich ein moderates Wachstum. Vielleicht kann der US-amerikanische Lebensmittelkonzern hier liefern. Preissetzungsmacht, neue Geschäftsfelder wie die Hard Seltzer oder auch andere Produkte wie Kaffee könnten dem US-Konzern ein moderates Wachstum bescheren. Zumindest post COVID-19.

Trotzdem: Günstig ist das nicht!

Selbst ein moderates Wachstum zeigt jedoch: Günstig ist die Aktie von Coca-Cola mit Blick auf KGV, Dividendenrendite und den Aussichten eher nicht. Vielleicht können wir auch noch etwas Premium rechtfertigen, wenn wir auf das Portfolio mit starken Marken und Produkten eingehen, die weder in Discountern, Supermärkten, Tankstellen, Kiosken, Getränkemärkten noch in anderen Verkaufsflächen fehlen dürfen. Trotzdem bleibt mein Zwischenfazit, dass die Aktie womöglich erst etwas preiswerter wieder richtig attraktiv ist.

Der Artikel KGV 31,3, Dividendenrendite 3,03 %: Ist diese beliebte Dividendenaktie zu teuer? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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