Ist der KI-Chatbot ChatGPT der Anfang einer KI-Revolution? Wir haben die KI um Aktientipps gebeten und wurden überrascht – wenn auch nicht im Positiven. KI-Aktientipps!

Der KI-Chatbot ChatGPT ist derzeit in aller Munde. Kein Wunder, schließlich findet die Künstliche Intelligenz (KI) scheinbar Antworten auf nahezu jede Frage und schreibt aus dem Stegreif mehr oder weniger sinnvolle Texte. Microsoft investiert angeblich bereits Milliarden US-Dollar in das Start-up OpenAI, das ChatGPT entwickelt hat.

Wir wollten mehr wissen und haben die KI gefragt, welche Aktien sie derzeit empfiehlt. Der KI-Chatbot antwortete prompt und ehrlich:

"Ich bin ein Computerprogramm und habe keine Fähigkeit, Aktienempfehlungen zu geben. Ich kann Ihnen jedoch Informationen zu verschiedenen Unternehmen und Branchen zur Verfügung stellen, damit Sie Ihre eigene Entscheidung treffen können. Es ist auch wichtig, dass Sie Ihre eigenen Recherchen durchführen und sich mit den Risiken von Aktienanlagen auskennen, bevor Sie eine Entscheidung treffen."

Wir ließen natürlich nicht locker und fragten, ob sich ein Investment in Microsoft lohne. Hier wurde der KI-Chatbot deutlich konkreter als bei der Frage zuvor. Nach einem kurzen allgemeinen Absatz zu Microsoft teilte ChatGPT mit:

"In den letzten Jahren hat Microsoft eine starke Performance gezeigt und sein Umsatz und Gewinn ist gestiegen. Es hat auch eine starke Bilanz, mit einer stabilen Cash-Position und einer niedrigen Verschuldung. Eine weitere positive Nachricht ist, dass Microsoft in den letzten Jahren erfolgreich in den Cloud-Computing Markt expandiert hat und dieser Markt wird weiterhin wachsen.

Es gibt jedoch auch Risiken, wie bei jeder Aktie. Zum Beispiel kann es durch Veränderungen im Wettbewerb, im technologischen Umfeld oder in der Wirtschaft beeinträchtigt werden. Es wäre wichtig, die Finanzen und die Branche des Unternehmens zu untersuchen, bevor man sich entscheidet, in Microsoft zu investieren. Es ist auch wichtig, das Risiko von Aktienanlagen im Verhältnis zu Ihren Anlagezielen und Ihrem Risikoprofil zu betrachten."

Zum Schluss riet der KI-Chatbot dringend "sich mit den Finanzen und der Branche des Unternehmens auseinanderzusetzen und sich von Finanzberatern beraten zu lassen", bevor man eine Anlageentscheidung trifft.

Wir baten ChatGPT daraufhin um eine Aktienanalyse der Microsoft-Aktie und hier versagte der KI-Chatbot kläglich. Nicht nur, dass er Umsatz- und Gewinnzahlen aus dem Jahr 2020 zitierte, selbst der vermeintlich aktuelle Aktienkurs war zwei Jahre alt! Immerhin warnte die KI, dass "diese Daten aus dem Jahr 2020 sind und der Markt und die Finanzen von Unternehmen können sich jederzeit ändern."

ChatGPT hat beeindruckende sprachliche Fähigkeiten, aber von echter Intelligenz ist er laut vieler Experten noch weit entfernt. "Weil GPT-3 die typischen Ausdrucksweisen auswendig gelernt hat, sieht der generierte Text auf den ersten Blick sehr natürlich aus, wie vom Menschen geschrieben. Aber auf den zweiten Blick merkt man, dass kein echtes Sprachverständnis da ist", erklärte beispielsweise Hinrich Schütze, Direktor des Centrums für Informations- und Sprachverarbeitung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, gegenüber ntv.

Ein großes Manko sind auch die fehlenden Quellenangaben bei ChatGPT. So bleibt unklar, woher der KI-Chatbot seine Informationen bezieht. Das Internet ist bereits voll von Fake News, mit ChatGPT dürfte es nicht besser werden.


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Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion


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