KIEW (dpa-AFX) - Die ukrainische Regierung hat vor einer humanitären Katastrophe im von russischen Truppen eroberten Gebiet Cherson gewarnt. "Wegen der vorübergehenden Besatzung fehlt es den Menschen in den Siedlungen, vor allem den kleineren, an Medikamenten und teilweise an Nahrungsmitteln", schrieb die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, am Mittwoch bei Telegram. "Aufgrund des aggressiven Vorgehens und des Beschusses der russischen Besatzer ist es nicht möglich, Waren aus anderen Regionen der Ukraine zu liefern." Zudem gebe es Probleme bei der Strom-, Gas- und Wasserversorgung.

Russland hat nach eigenen Angaben das südukrainische Gebiet Cherson rund um die gleichnamige Großstadt komplett besetzt. Aus der Region kommen seitdem immer wieder Berichte, dass russische Truppen pro-ukrainische Lokalpolitiker verschleppt hätten.

Am Mittwoch wurden nach Angaben von Aktivisten der Bürgermeister der Stadt Skadowsk nahe der annektierten Halbinsel Krim, Olexander Jakowlew, sowie Stadtrat Juri Paljuch abgeführt. Vor dem Rathaus demonstrierten zahlreiche Menschen für die Freilassung. Jakowlew meldete sich wenige Stunden später in einem Video. Er sei frei und es gehe ihm gut, die Russen hätten mit ihm nur ein Gespräch geführt. Details nannte er nicht./bvi/DP/jha