BERLIN (dpa-AFX) - Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat bei geplanten weiteren Umwelt- und Tierschutzvorgaben für die Landwirtschaft praktisch umsetzbare Lösungen angemahnt. "Regionale Produktion kann es nur mit regionalen Bauern geben", sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. So gehe es um Insektenschutz, aber auch um Schutz von Pflanzen und Erntesicherung. Bei einem Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei Obst von 28 Prozent sei keinem gedient, wenn Maximalforderungen etwa Streuobstwiesen nicht mehr möglich machten.

Das geplante Verbot des Massentötens von Küken in der Hennenhaltung ab 2022 soll voraussichtlich am 20. Januar vom Kabinett auf den Weg gebracht werden, wie Klöckner sagte. Stattdessen sollen alternative Verfahren auf breiter Front einsetzbar sein, um das Geschlecht im Ei zu erkennen und männliche Küken gar nicht erst schlüpfen zu lassen. Ab Anfang 2024 sollen dafür dann nur noch Methoden erlaubt sein, die zu einem früheren Zeitpunkt beim Brüten der Eier funktionieren.

Mit Blick auf die künftige EU-Agrarfinanzierung müssten Bund und Länder jetzt "Strategiepläne" für die konkrete nationale Umsetzung erarbeiten. Klöckner betonte, dass trotz aller Unkenrufe damit eine nie da gewesene Verbindlichkeit von Umweltvorgaben für die EU-Zahlungen kommen werde. Die Ministerin bekräftigte die Erwartung an die großen Supermarktketten, im Januar einen Verhaltenskodex für einen faireren Umgang mit den Landwirten und Lieferanten vorzulegen./sam/DP/jha