KIEL (dpa-AFX) - Der britische Wirtschaftswissenschaftler Lord Nicholas Stern ist am Samstag in Kiel mit dem Bernhard-Harms-Preis des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ausgezeichnet worden. Der Professor für Wirtschaft und Politik an der London School of Economics sei für die Jury ein weltweit herausragender Vorreiter in der Debatte um die ökonomischen Kosten des Klimawandels, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr bei der Preisverleihung. "Nicht zuletzt seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass effiziente ökonomische Anreize wie die CO2-Bepreisung in der heutigen politischen Debatte um wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der CO2-Emissionen eine immer größere Rolle spielen."

Stern selbst mahnte zu entschlossenem Handeln im Kampf gegen den Klimawandel: "Wir befinden uns in einem besonderen Moment der Geschichte", sagte er laut Mitteilung des IfW. "Wir stehen vor dringenden Herausforderungen des Klimawandels, der Umweltzerstörung und des Verlustes der biologischen Vielfalt - und wir sehen diese nur allzu deutlich auf der ganzen Welt in Überschwemmungen, Bränden und schmelzenden Eiskappen." Der Bernhard-Harms-Preis des Instituts wird seit 1964 alle zwei Jahre und seit 2020 jährlich vergeben und ist mit 10 000 Euro dotiert.

Darüber hinaus erhielt Prof. Javier Cravino (University of Michigan) für seine Forschung auf dem Gebiet des internationalen Handels und der Makroökonomie einen Kiel Excellence Award. Einen ebensolchen Preis bekam Prof. Michela Giorcelli (University of California, Los Angeles) für ihre Forschung auf dem Gebiet der Wirtschaftsgeschichte und Innovationsökonomie. Mit den Kiel Excellence Awards werden Forschende und Lehrende bis zu einem Alter von 35 Jahren ausgezeichnet. Der Preis beinhaltet jeweils einen Forschungsaufenthalt am IfW Kiel, der durch die verschiedenen Stipendien finanziert wird./gyd/DP/mis