POTSDAM/GLASGOW (dpa-AFX) - Vor der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow hat sich der Klimaforscher Ottmar Edenhofer für ein neues Bündnis der Europäischen Union mit den USA und China ausgesprochen. Die EU solle ihr politisches Kapital nutzen und mit den beiden Staaten eine neue Klima-Allianz schmieden, forderte der Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung am Donnerstag in einer Videoschalte mit Journalisten. Die G3, wie der Wissenschaftler die Gruppe in Anlehnung an die G7- und G20-Bündnisse der Industrienationen nannte, müssten stärker kooperieren, etwa bei der Bepreisung von CO2.

China ist weltweit der größte Verursacher von klimaschädlichen CO2-Emissionen. Nach der Volksrepublik sind die USA die größten Kohlendioxidproduzenten, so dass den beiden größten Volkswirtschaften eine besondere Rolle im Kampf gegen die Erderwärmung zukommt. Die EU folgt dahinter auf Platz drei.

Edenhofer betonte, ein solches Bündnis könne eine ergänzende Rolle zu den Weltklimakonferenzen einnehmen. Es sei nicht empfehlenswert, sich allein auf diese zu verlassen.

Die internationale Staatengemeinschaft kommt im November in Schottland zur COP26 zusammen, nachdem die Konferenz im vergangenen Jahr wegen der Pandemie verschoben worden war. Das Treffen gilt als wichtiger Meilenstein, um das Ziel einer Erderwärmung von maximal 1,5 Grad noch im Rahmen des Möglichen zu halten. Die derzeitigen Ziele der Staaten reichen den Vereinten Nationen zufolge bei weitem noch nicht aus, um dem Abkommen von Paris gerecht zu werden und katastrophale Folgen des Klimawandels zu verhindern./swe/DP/men