Rund 15 Prozent hat der S&P 500 seit seinem Tiefststand im Juni zugelegt. Laut Bank of America ist der Bärenmarkt aber noch nicht vorbei. Anleger sollten jetzt strategisch vorgehen, statt sich in den Markt zu stürzen.

Während an der Wall Street die Meinung vorherrscht, dass es Zeit zum Kaufen ist, wenn alle bearisch sind, mahnen die Bank of America-Strategen zur Vorsicht. Denn die US-Haushalte repräsentieren ein Vermögen von 38 Billionen US-Dollar. Das sind etwa 52 Prozent des US-Aktienmarktes. Diese Anleger haben laut BofA-Analysten noch nicht mit dem Verkauf begonnen.

"Die Haushalte haben in den vergangenen zwei Jahren bis zum Ende des ersten Quartals 2022 Aktien im Wert von 5,9 Billionen US-Dollar gekauft, wobei in jedem Quartal seit Covid Zuflüsse verzeichnet wurden", zitiert Barron's die Strategen. "Historisch gesehen traten die letzten drei großen Markttiefs ein bis zwei Quartale nach den umfangreichen Verkäufen der Kleinanleger ein."

Laut dem Investmentdatenunternehmen Preqin haben die privaten Kapitalmärkte in diesem Jahr bisher 800 Milliarden US-Dollar aufgebracht - ein Wert, der bis zum Jahresende voraussichtlich 1,4 Billionen US-Dollar erreichen wird. Diese Art von Zuflüssen sowohl an den öffentlichen als auch an den privaten Kapitalmärkten ist für das BofA-Team ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Markt in keiner "liquiditätsbeschränkten 'Panik'" befindet, die normalerweise mit dem Ende einer Baisse einhergeht.

Was sollten Anleger also tun?

Die Strategen der BofA empfehlen ihren Kunden, die Bärenmarktrallye zu nutzen, um ein wenig zu verkaufen und Barmittel aufzubauen. Die Umschichtung in qualitativ hochwertigere Aktien mit starken und stabilen freien Cashflows und Dividenden sei ebenfalls eine gute Strategie. "Pausieren Sie die Reinvestitionen von Dividenden und Anleihenkupons und nutzen Sie Techniken zur Abschöpfung von Steuerverlusten, bevor sich in diesem Jahr bessere Kaufgelegenheiten ergeben", so die Strategen in einer Mitteilung an ihre Kunden.

Der Rat von BofA-Analyst Michael Hartnett: "Knabbern", wenn der S&P 500 3600 erreicht, "beißen" bei 3300 und "fressen" bei 3000. Der S&P 500 schloss den Donnerstagshandel bei 4207,27 Punkten.

Im Moment sieht Hartnett die Inflation als zu hoch an, als dass die Fed umschwenken könnte. Dies würde schwächere Arbeitsmarktdaten mit weniger als 100.000 Arbeitsplätzen, eine Spitzeninflation, einen Ölpreis von unter 80 US-Dollar pro Barrel und eine steilere Kurve bei den Staatsanleihen erfordern.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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