Die Kodak-Aktie (WKN: A1W4RC) hat zum Wochenbeginn erneut eine besondere Dynamik zeigen können. In einem sehr volatilen, sehr positiven Handel kletterten die Anteilsscheine der zuletzt eher kriselnden, aber schon immer mal schwankenden Aktie um ca. 82 % auf 10,75 Euro. Zumindest zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Zeilen schreibe.

Es ist natürlich immer interessant, was die Gründe für eine solche Performance sind. Allerdings kann ich eines vorwegnehmen: Ich sehe weiterhin eher Anzeichen dafür, dass Foolishe Investoren vorsichtig sein sollten. Vor allem, da eine Investitionsthese unternehmensorientiert sehr wackelig sein könnte.

Kodak-Aktie: Der Grund für den Kurssprung

Aber bleiben wir zunächst bei den Basics: Der Grund für den Hüpfer der Kodak-Aktie ist eigentlich kaum unternehmensorientiert. Vielleicht erinnerst du dich noch daran, dass das Management von Kodak das Unternehmen Great-Again machen wollte. Unter anderem sollte mit der Hilfe beziehungsweise dem Zuspruch von Trump und einem Millionenkredit ein strategischer Schwenk erfolgen: Hin zu einem Konzern, der als Zulieferer für die Pharma-Branche fungiert.

Die Perspektive schien schon damals gigantisch und rosig zu sein. Vor allem in Zeiten von COVID-19, wo innovative Pharma-Lösungen sowieso gefragt zu sein schienen. Dem ehemaligen analogen Foto-Unternehmen Kodak schien eine neue Perspektive zu glücken, die mit einer vermeintlichen Kompetenz im Chemie-Markt einhergehen sollte.

Es kam, wie es kam: Es wurde geprüft. Der Kredit wurde nicht gezahlt, die Aktie ging auf Tauchstation. Jetzt jedoch hat eine unabhängige Prüfung der US-amerikanischen SEC ergeben, dass die Beanstandungen zum damaligen Zeitpunkt (es gab den Verdacht auf Insiderhandel) augenscheinlich substanzlos war. Das wiederum hat die Idee geweckt, dass der Kredit zum Aufbau des Pharma-Geschäfts doch geleistet werden könnte. Zumindest in der Theorie. Und deshalb kletterte die Kodak-Aktie, in Kurzform.

Was Foolishe Investoren wissen sollten

Das Gutachten der SEC können wir an dieser Stelle kaum beanstanden. Trotzdem sollten unternehmensorientierte, Foolishe Investoren bedenken, welche Wandlungen die Kodak-Aktie bereits nehmen wollte. Jeweils mit individuellen Ausschlägen.

Als Blockchain, Bitcoin und Co. das erste Mal gehypt gewesen sind, wollte man in den Krypto-Markt einsteigen. Irgendwas mit digitaler Rechteverwaltung von Fotografien ist als Idee geboren gewesen. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie alleine durch die Ankündigung einen ordentlichen Schub bekommen konnte.

In diesem Jahr ist COVID-19 das große Thema und plötzlich soll es ein Pharma-Schwenk sein? Nenn mich verrückt, aber für mich persönlich ist das alles andere als koscher. Alleine deshalb bleibe ich fern. Allerdings auch, weil das Management hinter der Kodak-Aktie schon früher nicht gerade clevere Entscheidungen getroffen hat. Anstatt im Foto-Markt mit den digitalen Veränderungen mitzugehen, hat man sich lange auf den bisherigen Erfolgen im Analog-Markt ausgeruht, was zum Einbruch der Aktie führte. Sowie dazu, dass es jetzt kaum mehr eine Investitionsthese gibt.

Kodak-Aktie: Weitere Impulse nicht ausgeschlossen

Was wir der Kodak-Aktie daher nachsagen können, ist, dass die Anteilsscheine volatil sind. Möglicherweise wird die Volatilität in die eine oder andere Richtung anhalten. Vielleicht gibt es auch einen operativen Schwenk. Alles nicht ausgeschlossen.

Wenn ich mir jedoch die Vergangenheit hinter der Kodak-Aktie beziehungsweise des Unternehmens ansehe, könnte es sein, dass die Verantwortlichen ihr Fähnlein nach dem Wind richten. Das gefällt mir nicht und deshalb bleibe ich persönlich fern.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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