BERLIN (dpa-AFX) - Die Immobiliengesellschaft Ado Properties scheint bei der übernommenen Adler Real Estate einen Squeeze-out der Minderheitsaktionäre anzustreben. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft Ado Properties sollen durch Eigenkapital abgelöst werden, wie Adler Real Estate am Sonntagabend in Berlin mitteilte. Ado als Mehrheitsgesellschafterin solle allein für die neu auszugebenden Aktien zeichnungsberechtigt sein.

Laut Angaben von Adler Real Estate liegt der Streubesitz - also der Anteil frei handelbarer Aktien - bei knapp 6 Prozent. Durch die Kapitalerhöhung könnten Adler und Ado also versuchen den Streubesitz unter die Marke von 5 Prozent zu drücken, da die Minderheitsaktionäre ausgeschlossen sind. Denn: Besitzt ein Anteilseigner mehr als 95 Prozent eines Unternehmens, kann er die restlichen Aktionäre gegen Zahlung einer Abfindung herausdrängen. Das kann unter anderem Kostenvorteile bringen.

Bei der Kapitalerhöhung solle ein Teilbetrag von bis zu 500 Millionen der Forderung aus dem bestehenden Gesellschafterdarlehen als Sacheinlage eingebracht werden, wie es weiter hieß. Die finale Entscheidung zur Sachkapitalerhöhung und deren Durchführung solle aber erst nach Erhalt eines Bewertungsgutachtens erfolgen./mis