US-Notenbank-Chef Jerome Powell hat sich gestern bei einer Kongressanhörung für eine moderate Anhebung des US-Leitzinses ausgesprochen. Der offizielle Zinsentscheid wird erst in rund zwei Wochen gefällt werden.

Powell erklärte am Mittwoch vor dem House Banking Committee, einem Finanz-Ausschuss des US-Repräsentantenhauses: "Ich bin der Meinung, dass wir eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vorschlagen und unterstützen sollten". Wegen der hohen Inflation in den USA hält er eine Zinserhöhung für nötig.

Gleichzeitig deutete Powell an, dass die US-Zentralbank wegen des Ukraine-Krieges und den unklaren Folgen für die Weltwirtschaft flexibel vorgehen wolle. "Wir müssen schnell auf eingehende Daten und die sich entwickelnden Aussichten reagieren."

Anleger in den USA werten das als positives Signal: Der Dow Jones schloss den gestrigen Handelstag fast zwei Prozent im Plus ab. Der US-Leitindex ging bei 33.891 Punkten aus dem Handel.

Bill Dudley, der ehemalige Chef der Federal Reserve Bank of New York, erklärte unterdessen, dass bei der Fed eine Zinserhöhung von 50 Basispunkten vom Tisch sei. Wegen des Ukraine-Kriegs wolle "die US-Notenbank den Märkten nicht zusätzlichen Stress zumuten." Zuerst berichtete darüber das Handelsblatt.

Am 16. März wird die Fed etwaige Zinserhöhungen bekanntgeben. Marktbeobachter halten eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte für wahrscheinlich. Sollte es zu einer Zinserhöhung kommen, wäre es die erste Erhöhung des Leitzinses seit 2018.

Die Teuerungsrate in den USA liegt bei mehr als sieben Prozent – das ist der höchste Stand seit 40 Jahren. Die Fed strebt eigentlich eine Inflationsrate von nur zwei Prozent an.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion


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