LINZ (dpa-AFX) - Der österreichische IT-Dienstleister Kontron (früher S&T) hat einen Käufer für einen Großteil des IT-Servicegeschäfts gefunden. Allerdings verkaufte der Konzern nicht wie zunächst geplant alle Einheiten des Bereichs. Unterschiedliche strategische Überlegungen hätten dazu geführt, dass die in diesem Bereich in den Ländern Österreich, Rumänien und Ungarn tätigen Tochtergesellschaften im Moment nicht verkauft werden, teilte das im SDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Linz mit. Käufer der übrigen Einheiten des Segments ist der französische Energie- und Infrastrukturkonzern Vinci . Der Transaktionswert liege bei 400 Millionen Euro. Die verkauften Geschäftsteile erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von 338 Millionen Euro und verdienten dabei vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 41 Millionen Euro.

Kontron präzisierte die Prognose für 2022. So sollen die fortgeführten Bereiche im laufenden Jahr 1,12 Milliarden Euro umsetzen und dabei auf eine Marge gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 10 Prozent kommen. Dazu kommen voraussichtlich 380 Millionen Euro Umsatz der verkauften Einheiten, welche unter zur Abspaltung bereit stehende Geschäfte ausgewiesen werden. Kontron hatte erst in der vergangenen Woche die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und dabei die Prognose eines Umsatzanstiegs aus eigener Kraft von zwölf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Eine Margenprognose hatte es bislang nicht gegeben.

Das Unternehmen, das bis zum 1. Juni unter dem Namen S&T firmierte, will das Geld aus dem Verkauf in den Ausbau des Kerngeschäfts mit Produkten rund um das Feld des sogenannten Internets der Dinge vorantreiben. Hier sind auch größere Zukäufe geplant. Bis 2025 sollen die Erlöse die Marke von zwei Milliarden Euro knacken, von denen 13 Prozent als Ebitda-Marge hängen bleiben sollen. Die im SDax gelistete Aktie reagierte auf den Abschluss des angekündigten Verkaufs und der präzisierten Jahresprognose positiv. Der Kurs zog zuletzt um rund sechs Prozent auf 16,37 Euro und damit den höchsten Stand seit Anfang Juni an./zb/he