(Korrigiert wird im 1. Satz des letzten Absatzes die Umlaufrendite. Sie verharrte bei minus 0,66 rpt minus 0,66 Prozent.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger können sich am Donnerstag nicht entscheiden. Der Dax <DE0008469008> pendelt in einer engen Spanne um den Schlusskurs vom Vortag. Zuletzt lag der Leitindex mit 0,20 Prozent im Plus bei 11 826,38 Punkten. Börsianer richten die Blicke auf das Notenbanker-Symposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Das zur Wochenmitte veröffentlichte Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed konnte ebenso wenig Akzente setzen wie recht erfreuliche Konjunkturdaten aus der Eurozone.

"Die Marktteilnehmer konnten keine Tendenzen für eine stärkere Lockerung der US-Geldmarktpolitik erkennen", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank zum Fed-Protokoll. Somit gehe das Rätselraten und das Warten auf weitere Signale von den Notenbankern weiter. Spannend werden könnte es am Freitag, wenn Fed-Chef Jerome Powell die Notenbanktagung in Jackson Hole mit seiner Rede eröffnet.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen trat mit 25 451,68 Punkte auf der Stelle. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone handelte moderate 0,08 Prozent höher auf 3397,62 Punkte.

Im Dax setzten sich die schwer gebeutelten Aktien von Thyssenkrupp <DE0007500001> an die Spitze mit einem Plus von mehr als 6 Prozent. Es gibt offenbar reges Interesse am Geschäft mit Aufzügen der Essener: Laut einem Bericht des "Manager Magazins" interessieren sich "fast alle namhaften Fonds" für das Geschäft. Der Industriekonzern will die Sparte an die Börse bringen, prüft aber auch andere Optionen.

Deutsche Bank <DE0005140008> erholten sich um 2,1 Prozent und Commerzbank <DE000CBK1001> um 3,4 Prozent. Hierzu verwiesen Händler auf die wieder etwas gestiegenen Zinsen am Anleihemarkt. Höhere Zinsen helfen den Banken im Handel mit festverzinslichen Papieren und auch bei der Kreditvergabe.

Daneben steht erneut das Werben um Osram <DE000LED4000> im Fokus. Der Lichtkonzern hat den Weg für ein Übernahmeangebot des österreichischen Chipkonzerns AMS <AT0000A18XM4> freigemacht. Vorstand und Aufsichtsrat von Osram hoben das Stillhalteabkommen mit AMS auf und unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung. AMS bietet 38,50 Euro je Osram-Aktie. Damit haben Osram-Aktionäre nun die Wahl zwischen zwei Geboten: Die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle <US14309L1026> bieten mit 35 Euro je Aktie allerdings weniger als AMS. Osram stiegen um 1,7 Prozent auf knapp 37 Euro auf den höchsten Stand seit März.

Aktien von Evotec <DE0005664809> gewannen 2,8 Prozent. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank, die das Votum mit guten Wachstumsaussichten des Wirkstoffforschers begründete.

Zu den Gewinnern im SDax <DE0009653386> zählen die Aktien der Jost Werke <DE000JST4000> mit einem Plus von 2,5 Prozent. Der Nutzfahrzeugzulieferer ist zuletzt vor allem in Nordamerika stark gewachsen. Der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt <DE0005232805> ist dagegen wegen der schwachen Autoindustrie pessimistischer gestimmt für das Geschäftsjahr 2018/19. Die Papiere verloren am Ende des SDax 5 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite am Donnerstag bei minus 0,66 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> gab um 0,05 Prozent auf 146,93 Punkte nach. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,51 Prozent auf 177,70 Punkte. Der Kurs des Euro <EU0009652759> bewegte sich mit 1,1083 US-Dollar kaum. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwoch auf 1,1104 Dollar festgesetzt./bek/jha

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---