(Überschrift und Leadsatz wurden geändert. Kalayci hat sich nicht für eine Beibehaltung der freiwilligen Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten ausgesprochen, sondern den Beschluss der Gesundheitsminister verteidigt.)

BERLIN (dpa-AFX) - In der Diskussion um eine mögliche Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten hat die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Dilek Kalayci, den Beschluss der Gesundheitsminister verteidigt. Die Reisenden seien "ja erst mal nur ein Verdachtsfall", sagte die Berliner Gesundheitssenatorin am Montag im ZDF Morgenmagazin. Deshalb gebe es rechtliche Bedenken, ob verpflichtende Tests möglich seien. "Einen Test vorzunehmen ist schon ein starker Eingriff in die Intimsphäre beziehungsweise in die körperliche Unversehrtheit", sagte die SPD-Politikerin.

Im ARD Mittagsmagazin erklärte Kalayci, sie hoffe auf eine zügige Prüfung der Rechtslage. "Und wenn es rechtlich dann geht, dann sollte man das dann auch verpflichtend machen", kündigte sie an.

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich seit dem Wochenende an mehreren Flughäfen in Deutschland freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will aber prüfen lassen, ob es rechtlich möglich sei, verpflichtende Tests einzuführen.

Die Freiwilligkeit der Tests ist umstritten. So sprach sich Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im ZDF-Morgenmagazin für verpflichtende Corona-Tests nach dem Aufenthalt in einem Staat mit hohem Infektionsrisiko aus: "Ich halte eine Verpflichtung für wichtig und notwendig. Beziehungsweise wir müssen schauen, wie wir hier eine bundeseinheitliche Lösung hinbekommen."

Kritik gab es auch daran, dass die Tests kostenlos durchgeführt werden - anders als für die meisten symptomfreien Menschen, die sich ohne vorherigen Auslandsaufenthalt testen lassen wollen. Kalayci erklärte dies mit den international hohen Infektionszahlen.

Auslandsurlauber, die in häuslicher Quarantäne seien, müssten sich zudem auf stichpunktartige Kontrollen einstellen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister der Länder geeinigt, sagte Kalayci. Dafür sollen künftig auch die Daten der Fluggäste, etwa Aussteigerkarten, an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden./wea/DP/fba