Der Devisenmarkt steht stark unter dem Einfluss der aktuellen Entwicklungen. Zuletzt gab es beachtliche Verwerfungen. Vor allem der US-Dollar musste in den vergangenen Handelstagen kräftig „einstecken“. Bleiben wir gleich bei USD/JPY.

Zum Zeitpunkt unserer letzten Kommentierung an dieser Stelle (05.03.) war der Greenback gegen den Yen bereits in arge Bedrängnis geraten. Doch die Unterstützung bei 107,0 JPY hielt dem Druck damals noch Stand, dennoch offerierte die damalige Konstellation bereits eine Ausdehnung der Korrektur auf 105,0 JPY.

Dieses von uns skizzierte Szenario nahm rasch Form an und Fahrt auf, denn die vermeintlich robuste Unterstützung bei 105,0 JPY entpuppte sich als „Luftnummer“. Der Greenback durchschnitt sie, wie das sprichwörtlich heiße Messer die Butter. Damit öffnete sich die Falltür in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 100,0 JPY. Bei knapp 101,0 JPY gelang es dem Greenback schließlich, ein vorläufig gültiges Tief auszubilden und eine Erholung zu lancieren. Aktuell hat sich der US-Dollar wieder auf 104 JPY vorgekämpft. Ob es sich bei der Erholung nur um eine Momentaufnahme handelt oder ob mehr daraus werden kann, dürfte sich in den nächsten Handelstagen zeigen. Aus charttechnischer Sicht wäre ein Comeback des Greenbacks oberhalb von 105,0 JPY zumindest ein erster Achtungserfolg. Wir haben die aktuelle Konstellation in einem 5-Jahres-Chart dargestellt.

Die fundamentalen Aspekte sind rasch zusammengetragen. Der US-Dollar zeigt sich noch immer von der überraschend deutlichen Leitzinssenkung der Fed geschwächt, während der Yen in diesen turbulenten Zeiten als sicherer Hafen gesucht wird. Unter fundamentalen Aspekten stehen in dieser Woche noch wichtige US-Preisdaten an. So werden noch heute die aktuellen US-Verbraucherpreise erwartet, morgen (12.03.) stehen die US-Erzeugerpreise dann auf der Agenda. Auch gegen den Euro stand der US-Dollar zuletzt erheblich unter Druck.

Der Euro „zauberte“ in den letzten Handelstagen eine klassische Trendumkehr auf das Börsenparkett. Vom Ende Februar bei 1,078 US-Dollar markierten Tief jagte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,15 US-Dollar. Das ist ein Niveau, das der Euro zuletzt Anfang 2019 innehatte. Die 1,15 US-Dollar waren dann auch erst einmal (vorläufige) Endstation für den Euro. Seit Kurzem dominieren Gewinnmitnahmen. Solange der Euro die wichtige Unterstützung bei 1,12 US-Dollar verteidigen kann, sehen wir ihn im Vorteil. Am Donnerstag trifft sich die EZB und berät über ihre zukünftige Strategie und mögliche Stimulierungsmaßnahmen für die Wirtschaft. Impulse auf den Euro sind von diesem Treffen durchaus zu erwarten.

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