BERLIN (dpa-AFX) - Bund und Länder ringen um eine faire Kostenaufteilung für die Versorgung und Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge in Deutschland. Das geht aus unterschiedlichen vorläufigen Beschlussvorlagen für die Bund-Länder-Gespräche an diesem Donnerstag hervor. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gibt es aus den Ländern mit CDU- und mit SPD-Regierungsbeteiligung verschiedene Vorschläge, wie der Bund an den Kosten zu beteiligen wäre. Länder und Kommunen haben Sorge, die Zusatzkosten nicht stemmen zu können.

Am frühen Nachmittag sollte die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fortgesetzt werden. Ob ein Beschluss über die Kostenverteilung oder eine Vertagung der Frage wahrscheinlicher ist, war nach dpa-Informationen zunächst offen.

Der Vorsitzende der MPK, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst, hatte vor der Video-Schalte an den Bund appelliert, die Länder bei der Ankunft ukrainischer Geflüchteter mehr zu unterstützen. Der Bund müsse sich stärker bei der Koordination und Verteilung engagieren, damit "nicht einige Städte und Länder komplett überfordert werden", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". Auch andere Ministerpräsidenten haben bereits finanzielle Unterstützung vom Bund für die Unterbringung der Flüchtlinge eingefordert.

Bei der Bund-Länder-Konferenz steht auch die geplante Abschaffung aller einschneidenden Corona-Schutzmaßnahmen zum 20. März zur Debatte. Dazu hat es aus den Ländern angesichts steigender Neuinfektionsraten viel Kritik gegeben - nach dpa-Informationen auch in der MPK. Außerdem stehen die gestiegenen Energiepreise infolge des russischen Kreises in der Ukraine auf der Agenda./beg/DP/nas