MAILAND (dpa-AFX) - Im Machtkampf um die Besetzung des Aufsichtsrates von Telecom Italia <IT0003497168> will sich der aktivistische Investor Elliott Insidern zufolge mit Großaktionär Vivendi <FR0000127771> einigen. Die beiden Kontrahenten wollten sich zu einer gemeinsamen Strategie durchringen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Details stünden noch nicht fest. Die zwei betroffenen Konzerne sowie Elliott wollten sich zunächst nicht dazu äußern. Auf die Nachricht hin legte der Aktienkurs von Telecom Italia in der Spitze um 5,7 Prozent zu.

Seit längerem tobt ein Machtkampf um das Unternehmen zwischen Vivendi-Verwaltungsratschef Vincent Bolloré und Elliott-Chef Paul Singer. Im März hatte der französische Medienkonzern seinen Antrag zum Umbau des Verwaltungsrates zurückgezogen. Vivendi wollte fünf der Mitglieder des Kontrollgremiums ablösen. Zehn der 15 Mitglieder des Verwaltungsrats sind vom US-Hedgefonds Elliott entsandt, darunter der Vorsitzende Fulvio Conti. Fünf Mitglieder gehören der Fraktion von Vivendi an.

Die beiden Streithähne hätten sich infolge dessen hinter den Kulissen um eine Beilegung bemüht, hieß es nun seitens eines Insiders. Elliott wolle aber seinen Einfluss über den Verwaltungsrat beibehalten.

Beide haben unterschiedliche Vorstellungen, wie es mit dem angeschlagenen italienischen Telekomkonzern weitergehen soll. Elliott fordert die komplette Abspaltung des Festnetzes, um Schulden abzutragen, was Vivendi ablehnt. Vivendi hält an Telecom Italia rund 24 Prozent, Elliott kommt auf 9,2 Prozent./elm/men