NEW YORK (dpa-AFX) - Seit Wochen schon rumort es in der Branche, jetzt könnte der erste Mega-Deal fix sein: Der US-Krankenversicherer Aetna steht Kreisen zufolge kurz davor, den kleineren Rivalen Humana zu schlucken. Aetna soll 230 Dollar pro Humana-Aktie in bar und eigenen Anteilen bieten, der Kaufpreis würde damit etwa 34 Milliarden Dollar (31 Mrd Euro) erreichen. Der Deal könne am Freitag abgeschlossen werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Quellen. Die Unternehmen wollten sich nicht äußern.

Auch der Konkurrent Cigna soll für Humana geboten haben. Cigna wiederum wird derzeit vom Konkurrenten Anthem umworben. Dieser hatte den Cigna-Aktionären zuletzt eine Offerte über 185 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Der Wert der Cigna-Anteile läge bei dem Gebot bei 47 Milliarden Dollar - dazu kommen noch rund sieben Milliarden Dollar Schulden. Wegen der Folgen der Gesundheitsreform, die vergangenes Jahr endgültig in Kraft getreten ist, gibt es seit Monaten Spekulationen über Fusionen in der Branche. Die ohnehin schon seit einigen Jahren stark steigenden Aktienkurse haben noch mal an Fahrt aufgenommen.

SPEKULATIONEN AUCH UM BRANCHENPRIMUS UNITEDHEALTH

Auf Widerstand mit der Offerte stößt Anthem bei der Führungsspitze von Cigna. Diese will trotz wiederholter Versuche nicht ernsthaft über einen möglichen Zusammenschluss verhandeln. Aus diesem Grund hat Anthem die seit August 2014 laufenden Bemühungen öffentlich gemacht und den Aktionären mitgeteilt, wie eine konkrete Offerte aussehen könnte. Damit steigt der Druck auf das Cigna-Management. Anthem hofft jetzt auf neue Verhandlungen und ein vom umworbenenen Unternehmen gestütztes formelles Gebot bis Ende Juni.

Das Anthem-Interesse an Cigna und die mögliche Offerte von Aetna für Humana sind derzeit nicht die einzigen möglichen Pläne für Unternehmenszusammenschlüsse. So soll der größte Konzern der US-Gesundheitsbranche, UnitedHealth ( UNITEDHEALTH GROUP Aktie) , wiederum Interesse an Aetna ( AETNA Aktie) haben. Und falls es mit diesem nicht klappt, könnte auch Cigna ins Visier der Nummer eins der Branche geraten./hbr/zb/enl