MOSKAU (dpa-AFX) - Nach Russlands Angriff auf die Ukraine beklagt der Machtapparat in Moskau einen zunehmenden Hass in westlichen Staaten auf russische Bürger. "Das ist sehr gefährlich. Und unsere Mitbürger sollten sensibilisiert sein und entsprechende Vorsicht walten lassen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge.

Russland erwarte, dass andere Staaten "mit ihren Äußerungen nicht weiter einen Boden bereiten für Hass und Russophobie". Peskow sagte, dass über kurz oder lang die Regierungen anderer Länder Maßnahmen ergreifen müssten, um die "Kampagne zu zerschlagen". Er reagierte damit auf Berichte von Russen im Ausland, die Ausgrenzung oder sogar Übergriffe beklagten. In Deutschland gibt es nach Erkenntnissen dortiger Behörden nur vereinzelte Vorfälle.

Viele Russen sprechen auch öffentlich von Scham für ihr Land oder kritisieren, dass bisweilen nicht mehr unterschieden werde zwischen den Unterstützern der Kreml-Linie und jenen, die die Politik von Präsident Wladimir Putin seit Jahren offen kritisierten. Einige beklagten, sie seien wegen ihrer Kritik an Putin nun schutzlos in ihrer Heimat.

Peskow wiederum kritisierte Russen, die sich öffentlich von der Politik des Landes distanzierten. "Einem echten Russen ist es nie peinlich, russisch zu sein. Wenn jemand so redet, dann heißt es, dass er kein Russe ist", meinte er. Öffentliche Kritik an Putins Krieg in der Ukraine wird in Russland gebrandmarkt./mau/DP/ngu