Bereits des Öfteren haben wir uns angesehen, dass eine defensive Aktie in einem beständigen Markt langfristig eine attraktive Gesamtrendite eingebracht hätte. Ob Dividendenaristokraten oder auch lediglich defensive, stabile Zahler: Viele Ergebnisse zeigen hier in eine ähnliche Richtung.

Auch wenn solche Aktien einen nicht innerhalb einer kurzen Zeit zum Millionär machen, so werfen sie doch über Jahre hinweg eine beträchtliche Rendite ab. Und das bei einem vertretbaren Risiko.

Werfen wir in diesem Sinne heute erneut einen Foolishen Blick auf eine solche Aktie, nämlich die der Österreichischen Post (WKN: A0JML5). Und schauen einmal, wie sich ein ursprünglicher Einsatz von 10.000 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren entwickelt hätte.

Der Blick in die Vergangenheit

19,99 Euro was zunächst klingt wie der Preis aus einem gängigen Discounterprospekt, ist jedoch der Preis, den man im Januar des Jahres 2010 für eine Aktie der Österreichischen Post bezahlt hätte. Aus einer einmaligen Investition von ebenjenen 10.000 Euro wären hierbei ziemlich genau 500 Anteilsscheine an dem österreichischen Paket- und Postdienstleister geworden. Ein bemerkenswert rundes Gesamtpaket, allerdings sollen uns diese Oberflächlichkeiten an dieser Stelle nicht weiter stören.

Mit Blick auf das aktuelle Kursniveau hätte sich eine Investition dabei gelohnt. Die Aktie der Österreichischen Post steht heute, zehn Jahre später, schließlich auf einem Kursniveau von 34,40 Euro (28.01.2020, maßgeblich für alle Kurse). Die 500 Aktien würden daher inzwischen einem Gegenwert von 17.200 Euro entsprechen. Auf jedes einzelne Jahr gerechnet würde die Performance daher 5,60 % im Durchschnitt liegen. Eine Performance, die im Endeffekt knapp hinter der Entwicklung des breiten Marktes gelegen hätte.

Ein moderates, beständiges Wachstum hätte hier allerdings diese Performance ermöglicht, wobei insbesondere in den letzten Jahren der aufkommende E-Commerce und ein dadurch stärker frequentiertes Paketgeschäft für steigende Umsätze und Gewinne gesorgt hat. Ein möglicher Megatrend, der noch nicht ausgereizt zu sein scheint.

Der Blick auf die Dividende

Zusätzlich zu dieser moderaten Kursperformance hätten Investoren auch noch eine üppige Dividende erhalten. Kurz zu den Basics: Die Österreichische Post hat seit der letzten Finanzkrise stets die eigene Ausschüttung konstant gehalten sowie in vielen Jahren leicht erhöht. Eine bislang zuverlässige Dividendenhistorie, von der man einen größeren Anteil mitbekommen hätte.

Genauer gesagt hätten sich innerhalb dieses Zeitraumes die Dividenden auf einen Gesamtbetrag von 18,53 Euro belaufen, wobei hier noch immer die Dividende für das letzte Geschäftsjahr 2019 fehlt, die in der kommenden Dividendensaison ausbezahlt wird. Das hätte bei der Aktie der Österreichischen Post für eine zusätzliche Rendite von 92,7 % geführt. Oder eben auf absoluter Basis bei 500 Aktien zu einem weiteren Geldbetrag von 9.265 Euro, wodurch man zumindest brutto beinahe seinen ursprünglichen Einsatz innerhalb der letzten zehn Jahre wieder herausbekommen hätte.

Auf Basis der zuletzt gezahlten Dividende von 2,08 Euro und einem damaligen Einstandskurs von 19,99 Euro würde sich dabei die Dividendenrendite inzwischen auf 10,4 % belaufen, was wohl alleine den breiten Markt hinter sich lassen würde. Die Aktie der Österreichischen Post wäre damit eine lukrative Einkommensaktie für alle, die hier etwas Geduld gehabt hätten.

Starke Zahlen!

Unterm Strich zeigen diese Zahlen, dass sich ein defensiver Ansatz bei der Aktie der Österreichischen Post ausgezahlt hätte. Zugegeben, die Kursperformance ist hierbei eher schwach, aus 10.000 Euro wären jedoch innerhalb der letzten zehn Jahre 26.465 Euro geworden. Gewiss kein schlechtes Resultat.

Zumal hier in jedem weiteren Jahr inzwischen rund 1.000 Euro weitere Dividende dazukämen. Vor allem für Jäger der passiven Einkünfte wären die vergangenen zehn Jahre und die heutige Dividendenrendite daher eine Goldgrube.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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