Wie beim Ölpreis ist auch bei den Ölaktien ein turbulentes Auf und Ab zu beobachten. Der Wert der Shell-Aktie stieg binnen einer Woche um knapp vier Prozent an. Doch der Russland-Exit sorgt für hohe Abschreibungen.

JPMorgan sieht für die Shell-Aktie noch deutlichere Sprünge nach oben. Das Kursziel für Shell wurde in einer neuen Analyse von 2.500 auf 2.600 Pence angehoben. Ihre Empfehlung beließ die US-Bank auf "Overweight". Ölaktien seien nach dem Ölpreisverfall während der Pandemie und dem sich nun anbahnenden Superzyklus attraktiv bewertet, schrieb Analyst Christyan Malek. Dies gelte auch insofern, da die Barmittelzuflüsse kräftig steigen dürften. Shell verfüge über ein optimales Portfolio, um von diesem Szenario zu profitieren und sei sein Favorit.

Aber es gibt auch einen Wehmutstropfen: Wie das Shell-Management im Geschäftsbericht für 2021 verlauten ließ, wird mit Abschreibungen in Milliardenhöhe gerechnet. Das liege primär daran, dass sich der Konzern im Zuge des Krieges aus Russland verabschiedet. Der Ausstieg aus der Beteiligung an Gazprom PJSC und den damit verbundenen Unternehmen sowie der Beendigung des Nord Stream 2-Pipelineprojekts dürfte 2022 zu Abschreibungen führen, so Shell.

Der Konzern bilanziert das Minus mit 400 Millionen US-Dollar für das Downstream-Geschäft.

Erschwerend kommt hinzu, dass voraussichtlich weitere drei Milliarden US-Dollar im restlichen Geschäft verloren gegangen sind. Insgesamt fehlen also 3,4 Milliarden US-Dollar – auch für einen großen Konzern wie Shell keine Kleinigkeit.

Russland bietet für Unternehmen zur Zeit kein stabiles Marktumfeld. So ist der Schritt, sich aus dem russischen Geschäft zurückzuziehen, sicherlich positiv zu bewerten. Auch die Abschreibungen dürften für das Geschäftsjahr 2022 gut zu verkraften sein, solange die Ölsorten Brent und WTI auf einem sehr hohen Niveau notieren. Damit bleibt die Ölbranche für viele Experten ein lukratives Geschäftsfeld.

Das zeigt auch der Verlauf der Shell-Aktie, die durch den Öl-Boom Aufwind bekam. Innerhalb einer Woche legte das Wertpapier um etwa vier Prozent zu und notiert am Freitag bei knapp 24 Euro je Anteil.

Maria Windisch, wallstreet:online Zentralredaktion


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