BERLIN (dpa-AFX) - Der Anteil positiver Coronatests hat laut dem Laborverband ALM in Deutschland erneut zugenommen. Die Positivrate sei im Vergleich zur Vorwoche von rund 7,2 Prozent auf nun 8,3 Prozent gestiegen, teilte der Verband Akkreditierter Labore in der Medizin am Dienstag mit. Demnach fielen 98 762 Tests der rund 1,2 Millionen PCR-Tests in der Woche vom 15. bis 21. März positiv aus. In der Vorwoche gab es 77 646 positive Ergebnisse bei rund 1,1 Millionen Tests. In der ersten Märzwoche lag die Positivrate bei rund 6,4 Prozent. Damals wurden rund eine Million PCR-Tests durchgeführt.

Die Daten aus 175 Laboren zeigten, dass die Pandemie wieder an Dynamik gewinne, sagte der ALM-Vorsitzende Michael Müller. Zum einen liege dies an den vermehrten Kontakten, zum anderen an den sich ausbreitenden Virusvarianten.

Es sei mehr als das Testen zur Bekämpfung der Pandemie nötig, betonte Müller. Das zeige das Beispiel Österreich. Dort sei trotz umfangreicher Testungen die Zahl der Infektionen deutlich gestiegen. Stattdessen sei das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln der wesentliche Punkt, der die Verbreitung von Infektionen eindämmen könne.

Und ein negatives Testergebnis sei kein Freifahrtschein, ergänzte Vorstandsmitglied Wolf Frederic Kupatt: "Ein negativer Test hat psychologisch natürlich den Effekt, die Disziplin erst einmal hintenan zu stellen." In vielen Köpfen habe sich der Denkfehler verbreitet, dass man mit einem negativen Ergebnis machen könne, was man wolle. Es sei trotzdem Disziplin erforderlich. "Ein Schnelltest ist durch eine hohe Unsicherheit behaftet und auch bei einer klassischen PCR-Testung hat die Sicherheit ein sehr kurzfristiges Verfallsdatum", so Kupatt. Man könne sich bereits kurze Zeit später infizieren und sei ansteckend./anj/DP/jha