BERLIN (dpa-AFX) - Der Landkreistag verlangt eine gleichmäßige Verteilung der vielen Tausend Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im gesamten Bundesgebiet, um eine Überlastung einzelner Landkreise und Städte zu verhindern. Die Zahl der Geflüchteten nehme deutlich zu, sagte Präsident Reinhard Sager der "Rheinischen Post" (Montag). "Deshalb ist die schnelle Hilfeleistung der Landkreise das eine, eine belastbare längerfristige Perspektive das andere." Der Landkreistag ist die Vertretung der 294 Landkreise in Deutschland.

"Zu gegebener Zeit" werde auch das Thema der Kosten mit Bund und den Ländern zu besprechen sein, sagte er. Diesbezüglich habe man auch bei der Einreise Hunderttausender Migranten in den Jahren 2015 und 2016 einvernehmliche Lösungen gefunden. "Wir sind zuversichtlich, dass Bund und Länder ihrer Verantwortung für die Kommunen, die erneut die Hauptlast der Aufnahme der Vertriebenen schultern, gerecht werden."

Seit Beginn des Angriffs wurden hierzulande 135 526 Menschen aus der Ukraine registriert, wie das Bundesinnenministerium am Sonntag mitteilte. Das seien Zahlen der Bundespolizei, die momentan verstärkt kontrolliere, hieß es. Da aber keine festen Grenzkontrollen stattfänden, könne die Zahl bereits wesentlich höher sein./toz/DP/zb