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Die Zukunft der Pharmaunternehmen liegt in ihren Pipelines. Diese Unternehmen geben über viele Jahre hinweg Milliarden von US-Dollar aus, um neue Medikamente zu entdecken, zu entwickeln und hoffentlich eines Tages auf den Markt zu bringen. Es ist jedoch keine leichte Aufgabe, genau vorherzusagen, wie erfolgreich Pipeline-Kandidaten sein könnten.

Diese Schwierigkeit hat das Marktforschungsunternehmen EvaluatePharma jedoch nicht davon abgehalten, es zu versuchen. EvaluatePharma hat kürzlich eine Liste der Arzneimittelhersteller mit der höchsten Wertschöpfung aus Pipeline-Produkten zwischen 2018 und 2024 veröffentlicht. Novartis (WKN:907122), AbbVie (WKN:A1J84E), Celgene (WKN:881244), AstraZeneca (WKN:886455) und Amgen (WKN:867900) lagen an der Spitze.

1. Novartis

Es wird erwartet, dass Novartis in den nächsten sieben Jahren einen kumulierten Umsatz von 22,9 Mrd. US-Dollar mit seinen Pipeline-Produkten erzielen wird. Der Schweizer Arzneimittelhersteller verfügt über mehr als 200 Programme in der klinischen Entwicklung, wobei Brolucizumab und Siponimod als besonders gute Kandidaten hervorzuheben sind.

Brolucizumab könnte 2019 zur Behandlung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) eingeführt werden, wenn es zugelassen wird. Die Leistung des Medikaments in klinischen Studien der Phase 3 zeigt, dass es Regenerons Blockbuster Eylea Konkurrenz machen könnte.

Siponimod ist der Spätzünder von Novartis zur Behandlung der sekundären progressiven Multiplen Sklerose (MS). Das Unternehmen hofft, das Medikament im nächsten Jahr in den USA auf den Markt zu bringen.

Ebenso sollten Übernahmen und Partnerschaften das Vermögen von Novartis stärken. Der Kauf von AveXis im April 2018 brachte eine vielversprechende Gentherapie der spinalen Muskelatrophie AVXS-101 in die Pipeline. Auch die Zusammenarbeit von Novartis mit Amgen beim Migränemedikament Aimovig dürfte sich auszahlen.

2. AbbVie

EvaluatePharma geht davon aus, dass die Pipeline-Produkte von AbbVie bis 2024 einen Umsatz von 21,2 Mrd. US-Dollar erzielen werden. Drei Kandidaten sehen besonders vielversprechend aus: Elagolix, Risankizumab und Upadacitinib.

AbbVie erwartet die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) für Elagolix zur Behandlung von Endometriose bis zum dritten Quartal dieses Jahres. Der Termin verschob sich allerdings um drei Monate, da die FDA mehr Zeit benötigt, um zusätzliche Daten aus Leberfunktionstests zu überprüfen. AbbVie bewertet auch Elagolix zur Behandlung von Gebärmuttermyomen.

Humira ist derzeit das meistverkaufte Medikament der Welt und wird es wahrscheinlich noch 2024 sein. Allerdings glaubt AbbVie, dass Risankizumab und Upadacitinib würdige Nachfolger von Humira sein könnten. Beide Medikamente sollen bis 2024 einen Umsatz von mehr als 2 Mrd. US-Dollar generieren.

3. Celgene

Celgene verbesserte sich in der Rangliste von EvaluatePharma 2017 um sechs Plätze und belegt nun Platz 3 der größten Pharmaunternehmen mit den stärksten Pipelines. Die Biotech-Produkte sollen zwischen 2018 und 2024 einen Umsatz von 15,4 Mrd. US-Dollar generieren.

Obwohl Celgene einen peinlichen Rückschlag bei der FDA erfuhr — man lehnte die Einreichung für Ozanimod Anfang des Jahres ab — sollte das Medikament ein großer Erfolg bei der Behandlung Multipler Sklerose sein. Celgene will Ozanimod erneut in Q1 2019 einreichen.

JCAR017 (auch bekannt als lico-cel) und Luspatercept sind zwei weitere hochgeschätzte Pipeline-Kandidaten von Celgene. EvaluatePharma reiht die Krebs-Zelltherapie JCAR017 in die Top 10 der wertvollsten Pipeline-Kandidaten ein, und das Blutkrankheitsmedikament Luspatercept nimmt die Nummer 15 auf der Liste ein.

4. AstraZeneca

EvaluatePharma hat AstraZeneca ein paar Plätze nach unten gedrückt, nachdem der britische Arzneimittelhersteller einen Rückschlag mit einer Kombination aus Imfinzi und Tremelimumab als Drittlinien-Therapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs erlitt. Das Ranking wurde vor AstraZenecas und Lillys jüngstem Misserfolg mit dem experimentellen Alzheimer-Medikament Lanabecestat veröffentlicht.

Allerdings hat AstraZeneca immer noch eine volle Pipeline, die laut EvaluatePharma in den nächsten sieben Jahren einen Umsatz von 14,8 Mrd. US-Dollar einbringen könnte. Dem Marktforschungsunternehmen gefallen vor allem die Perspektiven für Roxadustat und ZS-9 (jetzt bekannt unter dem Markennamen Lokelma).

Roxadustat ist ein Anämie-Medikament, das von AstraZeneca und dem Partner FibroGen entwickelt wird. Die beiden Unternehmen planen, die Zulassung des Medikaments in der ersten Jahreshälfte 2019 zu beantragen. Lokelma erhielt im Mai die FDA-Zulassung für die Behandlung von Hyperkaliämie (hohe Kaliumwerte).

5. Amgen

Amgen schaffte es im Jahr 2017 nicht einmal unter die Top 10 von EvaluatePharma. Nun soll die große Biotech-Pipeline zwischen 2018 und 2024 einen Gesamtumsatz von 13,7 Mrd. US-Dollar generieren. Was hat Amgens Aussichten verbessert?

Zum einen hat Amgen im September 2017 einen Vertrag mit AbbVie abgeschlossen, der es Amjevita, einem Biosimilar von Humira, erlaubt, noch in diesem Jahr in Europa auf den Markt zu kommen. Amjevita wird ab 2023 auch auf dem US-Markt konkurrieren. Darüber hinaus umfasst die Pipeline von Amgen noch weitere vielversprechende Biosimilars.

Wie bereits erwähnt, haben Amgen und Novartis auch mit dem Migränemedikament Aimovig, das im Mai von der FDA zugelassen wurde, ein großes potenzielles Erfolgsmedikament. EvaluatePharma errechnete, dass das Medikament bis zum Jahr 2024 fast 1,2 Mrd. US-Dollar erwirtschaften wird.

Kauf oder kein Kauf?

Beim Investieren in große Pharmaaktien gibt es zwei Probleme wegen der vielversprechenden Pipelines. Erstens könnten die Kandidaten in den klinischen Studien scheitern. AbbVie erlebte dies Anfang des Jahres mit dem Krebsmedikament Rova-T. Zweitens ist es auch wichtig, den Status der aktuellen Produkte der Arzneimittelhersteller zu berücksichtigen.

So erfährt Novartis beispielsweise Konkurrenz durch Generika für das Leukämiemedikament Glivec und dem Potenzial für Generika für das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya. AstraZeneca verzeichnet bereits bei einigen seiner älteren Produkte, wie dem Cholesterin-Medikament Crestor und dem Diabetes-Medikament Onglyza, rückläufige Umsätze. Amgen wird wahrscheinlich bald Biosimilar-Konkurrenz für sein meistverkauftes Medikament Neulasta bekommen, und das drittstärkste Produkt des Unternehmens, Sensipar, verlor im März seinen Patentschutz.

All diese fünf großen Pharmaunternehmen verfügen über große Pipelines. Jedoch denke ich, dass nur zwei von ihnen große Wachstumsaussichten haben und die besten Käufe sind – AbbVie und Celgene.

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The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Celgene.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 24.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.