BERLIN (dpa-AFX) - Je nach Schultyp und Bundesland wird Deutschland auch in den kommenden Jahren mit Lehrkräftemangel zu kämpfen haben. Das zeigen aktuelle Berechnungen der Kultusministerkonferenz (KMK). Die KMK veröffentlichte die Zahlen zum sogenannten Lehrkräfteeinstellungsbedarf auf ihrer Internetseite nach Beratungen über das Thema beim letzten Treffen der Ministerinnen und Minister in der vergangenen Woche in Lübeck.

In die Berechnungen flossen die erwartete Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die dafür notwendigen Lehrkräfte und die Zahl der erwarteten Absolventen für den Lehrerberuf ein.

Im Vergleich zur letzten Prognose von 2020 kommen die Länder in ihrer neuen Modellrechnung zu dem Schluss, "dass sich der durchschnittliche jährliche Lehrkräfteeinstellungsbedarf bei nahezu unverändertem Lehrkräfteangebot in fast allen Lehramtsbereichen erhöhen wird". Als Hauptursachen werden veränderte Geburtenzahlen, weitere Zuwanderung und erweiterte Anforderungen an Schulen genannt. Dazu zählen etwa Inklusion, Ganztagsausbau und Sprachfördermaßnahmen.

Mit durchgängiger Personalnot wird vor allem an den Berufsschulen und im Sekundarbereich I - also in den Klassen nach der Grundschule gerechnet. Im Schnitt fehlen hier den Berechnungen zufolge pro Jahr 2040 Lehrkräfte, an den Berufsschulen 1650. Dagegen wird im Sekundarbereich II und an Gymnasien deutschlandweit fast durchgängig mit einem Überangebot von etwa 1110 Lehrkräften gerechnet.

An den Grundschulen gehen die Länder noch bis 2025 von durchschnittlich 1460 fehlenden Lehrerinnen und Lehrern aus. Ab 2026 rechnen sie mit einer Trendumkehr und einem zunehmenden Überangebot von bis zu 2930 Lehrkräften im Jahr 2035.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 40 000 Schulen und Berufsschulen, etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler und mehr als 800 000 Lehrkräfte./jr/DP/mis