BERLIN (dpa-AFX) - Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat nach dem Lockdown-Beschluss von Bund und Ländern ein langfristiges Konzept zur Bewältigung der Corona-Pandemie angemahnt. "Diese Notbremse ist angesichts der Entwicklung der Pandemie nachvollziehbar. Die Notbremse ersetzt aber nicht eine dauerhaft durchhaltbare Strategie", sagte er am Sonntag in Berlin.

"Die jetzige Notbremse wird irgendwann gelöst werden müssen, weil die sozialen und wirtschaftlichen Folgeschäden enorm sind. Uns ist aber nicht klar, unter welchen Umständen und Bedingungen das erfolgen soll und wann", sagte der FDP-Chef. Die Liberalen glaubten nicht daran, dass es mit der jetzigen Strategie möglich sein werde, nach dem 10. Januar wieder zu öffnen und zu normalisieren.

Lindner rief dazu auf, den neuen Lockdown zu nutzen, um gemeinsam eine dauerhafte Corona-Strategie zu entwickeln. "Unsere Sorge ist, dass wir uns sonst von einem Lockdown zum nächsten hangeln." Die FDP sei zur Mitwirkung bereit, sagte der Parteivorsitzende.

Im Mittelpunkt müsse der wirkliche Schutz der besonders betroffenen Risikogruppen stehen. FFP2-Masken müsse man "in der Breite der Gesellschaft verfügbar machen" und Angehörigen von Risikogruppen auf Wunsch auch per Post schicken. In Hotspots müssten regional spezifische Maßnahmen wie Schließungen ergriffen werden. Es dürfe im Frühjahr aber nicht mehr das ganze Land stillgelegt werden./sk/DP/nas