BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts des Streits in der Bundesregierung um den Umgang mit angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken hat die Linke eine Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt. "Statt in der Krise Sicherheit zu geben, veranstaltet die Koalition ein unwürdiges Theater und schiebt die Verantwortung hin und her", sagte Linke-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Es stehen mehrere Vorwürfe im Raum, von der Abwertung benachteiligter Bevölkerungsgruppen bis hin zur Verbrennung von Milliarden Euro Steuergeldern."

Das wolle seine Fraktion im Bundestag diskutieren, machte Korte deutlich. Die erneute Maskenaffäre zeige, dass alles Vertrauen in Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgebraucht sei. Die Aktuelle Stunde könnte voraussichtlich an diesem Mittwoch stattfinden.

Spahn, der auch vom Koalitionspartner SPD attackiert wird, hatte die Vorwürfe in der Sache klar zurückgewiesen. Hintergrund ist ein "Spiegel"-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen. Nach Intervention des Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Das Gesundheitsressort betonte, dass die Masken nach einem für die Pandemie entwickelten Verfahren überprüft worden seien und Zwecke des Infektionsschutzes erfüllten./sam/DP/fba