BERLIN (dpa-AFX) - Die Linke fordert angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen in Deutschland bei den Schutzmaßnahmen einen stärkeren Fokus auf die Wirtschaft. Die bisherige Corona-Politik der Bundesregierung habe eine klare Schlagseite, sagte Parteichefin Katja Kipping am Montag nach Beratungen des Parteivorstands. "Den Familien werden bis in die Wohnzimmer hinein Vorschriften gemacht, aber wenn es darum geht die Arbeitgeber, die Großen verbindlich in die Pflicht zu nehmen, dann weichen sie aus, dann geht ihnen der Mut aus." Kipping forderte eine Entzerrung bei Bussen und Bahnen. Zudem müssten Unternehmen beim Infektionsschutz stärker in die Pflicht genommen werden. Sie nannte etwa große Frachtzentren oder die Fleischindustrie.

Dass die Corona-Zahlen trotz des Teil-Lockdowns nicht gesunken sind, liegt nach Auffassung der Linken-Chefin aber "wahrscheinlich auch an dem Agieren von Initiativen wie Querdenken". "Millionen Menschen im Land üben sich in Rücksicht (...) und ich finde es umso ärgerlicher, dass Querdenken das wieder einreißt, was Millionen im Alltag mit ihrer Selbstbeschränkung aufgebaut haben", sagte Kipping./jr/DP/nas