BERLIN (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie hat die Einkommenssituation für viele Familien nach Einschätzung der Linken im Bundestag deutlich verschlechtert. Dies zeige sich an einem Anstieg beim Kinderzuschlag, wie die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin anlässlich des internationalen Kindertags an diesem Dienstag sagte.

So gab es im Dezember 2020 rund 768 000 Kinder, deren Eltern den Kinderzuschlag bezogen, im April 2021 waren es 706 000. Im Januar 2020 waren es hingegen erst 299 000 Kinder, wie Zimmermann unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit sagte.

Zimmermann wies zudem darauf hin, dass Ende 2020 bundesweit 1,85 Millionen Minderjährige in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften lebten, 830 000 in einer Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaft. Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe hatte Bremen mit 31,5 Prozent, den niedrigsten Bayern mit 6,4 Prozent.

"Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind", sagte Zimmermann. "Wir brauchen Löhne, von denen Familien leben können."/bw/DP/zb