VILNIUS (dpa-AFX) - Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat sich zufrieden mit dem EU-Sondergipfel zur politischen Krise im benachbarten Belarus (Weißrussland) gezeigt. "Ich muss anerkennen und mit großer Befriedigung feststellen, dass wir mit einer Stimme gesprochen und eine grundsätzliche Haltung zu den Entwicklungen in Belarus eingenommen haben", sagte Nauseda am Mittwoch in Vilnius nach den per Videokonferenz geführten Gesprächen der EU-Staats- und Regierungschefs.

Bei ihren Beratungen hatten sich die EU-Staaten darauf verständigt, das Ergebnis der umstrittenen Präsidentenwahl in Belarus nicht anerkennen. "Alle meine Kollegen waren sich ausnahmslos einig, dass die Wahlen manipuliert und nicht frei waren und ihr Ergebnis nicht als legitim anerkannt werden kann", sagte Nauseda der Agentur BNS zufolge auf einer Pressekonferenz.

Nach Angaben des litauischen Staatschefs habe die EU "praktisch" entschieden, gezielte Sanktionen gegen die belarussische Führung anzuwenden. Die Strafmaßnahmen sollen "in naher Zukunft" gegen Personen verhängt werden, die für eine Fälschung der Wahl und die Gewalt gegen friedliche Demonstranten verantwortlich gemacht werden.

Nauseda sagte zudem, dass Litauens Name mehrfach während des Gipfels erwähnt und dem Land für seine Führungsrolle gedankt worden seien. Das baltische EU-Land steht im Rampenlicht, seit Lukaschenkos Gegnerin Swetlana Tichanowskaja sich nach der Präsidentenwahl dort ins Exil in Sicherheit gebracht hat./awe/DP/nas