Der Logistikkonzern hat überzeugende Zahlen präsentiert und die Prognose für 2022 bestätigt. Zudem gab die Deutsche Post bekannt, dass sie ihr Inlands-Geschäft in Russland einstellt.

Nach einem guten Start seit Jahresbeginn, überzeugte der Logistikkonzern auch im zweiten Quartal: Ergebnis und Umsatz legten zweistellig zu und lagen beide über den Erwartungen der Analysten. Insgesamt stieg der Umsatz um über 23 Prozent auf 24 Milliarden Euro, von denen 2,3 Milliarden Euro als operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bleiben – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auf Halbjahressicht liegt der operative Gewinn jetzt bei 4,5 Milliarden Euro.

Für Rückenwind sorgten vor allem die hohen Transportpreise im internationalen Firmenkundengeschäft, sowie das Fracht-, Express- und Lagergeschäft, während das Privatkundengeschäft angesichts der konjunkturellen Unsicherheit schwächelt. Dies spiegelte sich unter anderem in einem Rückgang beim Paketgeschäft wider.

Mit Blick auf das Gesamtjahr gibt sich der DAX-Konzern um Firmenlenker Frank Appel optimistisch und hat die Ergebnisprognose für den Fall einer Abkühlung der Weltwirtschaft bestätigt – die bereits eine Preisspanne von minus fünf bis plus fünf Prozent beim operativen Gewinn enthielt. Sofern sich die Geschäfte auf gleichem Niveau weiterentwickeln würden, sei sogar ein EBIT von über 8,4 Milliarden Euro möglich.

Allerdings merkte die Deutsche Post bereits an, dass im dritten Quartal mit Wertberichtigungen zu rechnen sei, da sie ihr inländisches Geschäft in Russland einstellen wird. Im ersten Quartal hatten die gesunkenen Geschäftserwartungen dort schon zu Wertminderungen in Höhe von 30 Millionen Euro geführt.

Nach Bekanntgabe der Zahlen stieg der Kurs der Post-Aktie und lag in der Spitze auf einem Drei-Monats-Hoch. Analysten sehen aber noch viel mehr Luft nach oben und geben weiterhin grünes Licht für die Aktie, die im Branchenvergleich mit einem prognostizierten KGV von unter zehn zudem günstig bewertet ist. Trotz aller Unsicherheiten sorgen der anziehende Welthandel und generell boomende Online-Handel unterm Strich weiterhin für Kursfantasie.

Autorin: (ir) für die wallstreet:online Zentralredaktion


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