LONDON (dpa-AFX) - Großbritannien rechnet nicht mit einem EU-weiten Einreiseverbot für britische Touristen. Hintergrund sind Forderungen von Kanzlerin Angela Merkel nach einem gemeinsamen EU-Ansatz, um Reisen aus Virusvariantengebieten zu verhindern. Deutschland und Frankreich hätten den Vorstoß gemacht, weil sie bei den Impfungen hinterher hinkten, sagte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag dem Sender Sky News. "Deutschland hat nicht das gleiche Maß an Impfungen (wie Großbritannien), daher machen sie sich besonders Sorgen", sagte Shapps. "Jedes Land wird seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen müssen." Er respektiere dies, die Lage sei in jedem Land anders.

Dem Sender Times Radio sagte Shapps, er sei zuversichtlich, dass andere EU-Staaten dem Beispiel von Deutschland und Frankreich nicht folgen. "Ich glaube nicht, dass es eine EU-weite Politik geben wird. Malta wird britische Reisende sicherlich nicht beschränken, weil Malta sehr hohe Impfraten hat", sagte der Minister.

Merkel hatte angekündigt, für eine EU-einheitliche Regelung zu werben und wurde dabei vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron unterstützt. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Großbritannien hat die Bundesregierung das Land - ebenso wie 13 weitere Länder - als Virusvariantengebiet eingestuft. Das bedeutet, dass nur deutsche Staatsangehörige oder Menschen mit Wohnsitz in Deutschland aus Großbritannien einreisen dürfen. Sie müssen sich dann für 14 Tage in Quarantäne begeben. Eine Möglichkeit, sich frei zu testen, gibt es nicht./bvi/DP/jha