In der Fabrik von Tesla in Grünheide sollen bis zu 500.000 E-Autos jährlich produziert werden. Für so manchen Tesla-Fan wie w:o User Nik100943 Anlass genug, von Kursen weit über der 1.000-Dollar-Marke zu träumen.

JP Morgan halte laut Reuters das Ziel von 500.000 produzierten Fahrzeugen erst ab 2025 für realistisch: Die US-Investmentbank sage voraus, dass Grünheide im Jahr 2022 etwa 54.000 E-Autos produzieren würde, die bis 2023 auf 280.000 und bis 2025 auf 500.000 steigen würden.



Freuen können sich die Aktionäre über den Verlauf des Aktienkurses. Ein Viertel an Wert konnte das Papier des US-amerikanischen E-Autobauers in der vergangenen Woche zulegen. Doch in der w:o Community ebbt die Kritik nicht ab.

Ein Stimmungsbild aus dem Tesla-Forum von wallstreet:online:

Smallstick: Man müsste den euphorischen Anstieg definitiv abwarten, bevor man wieder short geht. Ich sehe das aus fundamentaler Sicht leider genauso. Auf Fünf-Jahressicht wird globales Wachstum dann eher frei erfunden. Börse ist keine Einbahnstraße und grundsätzlich ging es fünf Jahre immer nach oben. Jetzt könnten zwei Jahre folgen, in denen es eher runter geht. Und die Verwerfungen ein wenig korrigieren.

Xwin: Für Tesla bietet genau das eine Chance. Einen Rückgang der Produktion/Nachfrage könnte man jetzt prima, mit allem was da an Verwerfungen existiert, erklären – wenn die Bücher vorher aufgebläht wurden. Elon Musk ist bekannt dafür, in allem eine Chance zu sehen. Unter normalen Umständen hätte man weiter stark wachsen müssen bilanziell. Vielleicht sehen wir ein, zwei schlechte Quartale, damit die Bilanz abkühlen kann. Die Rohstoffkrise bietet einen großartigen Ansatz zur Erklärung. Ich bin mit einer Mini-Position gestern short gegangen. Kann ein Fehler gewesen sein.

Sommernacht_2: Ein Marktanteil von 11,2 Prozent in Norwegen und 2,7 Prozent in der Schweiz zeigen, dass von der Allmachtsfantasie und der marktbeherrschenden Stellung von Tesla, die längst eingepreist ist, nicht wirklich etwas zu sehen ist. Mit Blick auf den chinesischen Markt verliert Tesla zunehmend Marktanteile an BYD & Co. Die steigende Inflation und der zunehmende Abstieg der Mittelschicht in weiten Teilen Europas sind auch nicht gerade förderlich für ein Automobilunternehmen, dessen günstigstes Fahrzeug knapp 50.000 Euro kostet. Ja, Tesla baut leistungsstarke Autos, aber gerade das Premium-Segment ist begrenzt und wächst nicht ewig weiter. Und ein kostengünstiges BEV (Battery Electric Vehicle) unterhalb des Models 3 in Konkurrenz zu Renault Zoe oder Dacia Spring, mit dem man sich in einem hart umkämpften, äußerst preissensitiven Segment behaupten muss, ist bei Tesla nicht in Sicht. Und mit Audi, BMW, Mercedes kommen zunehmend Konkurrenten in den Markt, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und jetzt echte Alternativen liefern können wie zum Beispiel: Audi Q4 e-tron, BMW i4, Mercedes EQA und EQC.

Nik100943: Grünheide gibt unserem Papier neuen Schub. 70 US-Dollar Kursgewinn sind kein Windfall-Profit. Der Wert kehrt zu alter Stärke zurück. Legt sich der Schock über den Krieg in der Ukraine, werden alle US- Techwerte alte Allzeithochs testen. Ich halte jetzt in einem Rutsch 1.100 US-Dollar für erreichbar. Und schließe einen Ausbruch nach Norden bis 1.300 US-Dollar für nicht unwahrscheinlich. Es ist schon sensationell, dass man einen Tesla nur sechs Monate fahren und dann als Gebrauchtwagen mit einem Profit von 3.000 Euro weiter verkaufen kann. Tesla ist Kult und wird seine Shareholder noch glücklich machen.

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


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