Der Elektroauto-Hersteller Lucid Group hat über die Special Purpose Acquisition Company (SPAC) die Zulassung zum Börsengang erhalten und wurde gestern erstmals an der NASDAQ gehandelt. Der IPO des Tesla-Kontrahenten wurde über eine Unternehmenshülle durchgeführt. Damit ist der Name Churchill Capital Corp IV seit dieser Woche Geschichte. 

Lucid Group: Praktisch alle Aktionäre waren für die Fusion

Die Lucid Group wird seit Montag an der US-amerikanischen Technologiebörse NASDAQ unter dem Kürzel „LCID“ gehandelt. Der Börsengang wurde über die SPAC, ein US-amerikanisches Akquisitionszweckunternehmen, durchgeführt. Am Freitag wurde der Zusammenschluss von Lucid mit der Firmenhülle „Churchill Capital Corp. IV“ im zweiten Anlauf genehmigt. Nach Angaben des Unternehmens stimmten 99% der Anteilseigner für den Zusammenschluss.

Lucid-Aktie mit Milliarden-Bewertung

Die Fusion mit der Mantelgesellschaft wurde im Februar angekündigt, kam aber erst am Freitag mit Börsenschluss in den USA zustande. Laut Reuters wurde das zusammengeführte Unternehmen im Februar diesen Jahres mit 12 Milliarden US-Dollar bewertet. Nach Abzug der Kosten wird das Elektroauto-Startup voraussichtlich rund 4,4 Milliarden US-Dollar in bar aus der Transaktion erhalten. Ein Investor ist auch der Saudi Public Investment Fund, der mehr als 1 Milliarde US-Dollar investiert hat.

Geleitet wird Lucid Motors von Peter Rawlinson, einem ehemaligen Tesla-Ingenieur und Manager. Er verließ das Unternehmen 2012 wegen eines Streits mit Tesla-Chef Elon Musk.

Die Platzierung (als PIPE) erfolgt zu einem Preis von 15 US-Dollar pro Aktie, was 50 % des Nettoinventarwerts von Churchills Kapital oder des (Pro-forma-) Eigenkapitalwerts von Lucid Motors von rund 24 Milliarden US-Dollar gleichkommt.

Lucid Group: Jetzt kann´s losgehen! 

Im Zuge der Umfirmierung dürfte der Plan, die Produktion des Elektroautos Lucid Air bald aufzunehmen, in den Fokus der Investoren geraten. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen für mehr als 11.000 Autos bezahlte Reservierungen erhalten. Der Grundpreis von Stromer liegt je nach Gerätemodell zwischen 69.900 US-Dollar und 131.500 US-Dollar.

Lucid hofft, in der zweiten Jahreshälfte 2021 mit der Auslieferung der ersten Luxusautos zu beginnen. Laut Konzernprognose soll sich die Zahl der ausgelieferten Lucid Air-Modelle innerhalb von zwei Jahren von 20.000 Einheiten im Jahr 2022 auf 41.000 Einheiten im Jahr 2024 mehr als verdoppeln. Zudem ist das Unternehmen komplett auf den Erfolg margenstarker Luxusautos angewiesen und will in den nächsten Jahren weitere Modelle im Luxuswagen-Segment bauen, wie zum Beispiel ab 2023 den SUV Gravity.

Lucid rechnet mit immenser Verbesserung des freien Cash-Flows

Auch hinsichtlich der erwarteten Gewinnentwicklung ist der Elektroauto-Hersteller optimistisch: Zwar soll das EBITDA im Jahr 2022 bei knapp 1,1 Milliarden US-Dollar liegen, im Jahr 2025 soll es aber um mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar steigen. Ziel ist es, den Free Cashflow im gleichen Zeitraum von negativen 2,8 Milliarden US-Dollar auf positive 321 Millionen US-Dollar zu steigern.

Die schrittweise Verschärfung der Emissionsvorschriften in Europa und anderswo hat dazu geführt, dass viele Start-ups in Nischenmärkte vordringen. Lucid Motors folgt damit beispielsweise Fisker und Nikola, die letztes Jahr über SPAC gelistet wurden.

Lucid-Aktie mit erfolgreichem ersten Handelstag 

Am Freitag schloss die Churchill Capital Corp. IV-Aktie an der NASDAQ noch bei 24,25 US-Dollar. Beim Börsendebüt von Lucid Group am Montag startet der Titel dann mit einem Plus von 4,08 Prozent in den Handel. Am Freitagabend notierte die Lucid Group-Aktie dann mit einem Plus von 7,25 % bei 27,07 US-Dollar. Der Tageshöchstwert am Montag liegt bei 28,20 US-Dollar. 

/sf