Der Mai lief für den Elektroautohersteller Lucid Motors trotz starker Q1 Zahlen bisher nicht besonders gut. Während der Kurs sich immer weiter gen Süden bewegt, will das amerikanische Unternehmen seine Autos bald auch in Europa verkaufen. Diese Expansion könnte der Aktie wieder Aufwind geben. 

Kurs bleibt trotz starker Q1 Zahlen auf niedrigem Niveau 

Vergangenen Donnerstag legte Lucid Motors seine Zahlen für das erste Quartal vor und übertraf damit die Analystenerwartungen. Mit einem Umsatz von insgesamt 57,7 Millionen US-Dollar übertraf der Elektroautobauer damit die Schätzungen um rund 2,1 Millionen Dollar. Außerdem gab das Unternehmen bekannt, die Zahl der Bestellungen sei von Ende Februar bis Quartalsende von 25.000 auf 30.000 Fahrzeuge gestiegen. 

Lucid

Trotz dieser überzeugenden Werte konnte der Kurs von Lucid sich nicht maßgeblich erholen. Das Papier notierte Anfang Mai noch bei 18,94 Euro, in den vergangenen zehn Tagen ging es dann immer weiter abwärts. Aktuell sind die Aktien im Handel von Lang und Schwarz 13,43 Euro (Stand: 12. Mai, 13 Uhr) wert, was einem Minus von rund 29 Prozent entspricht.  

Erste deutsche Niederlassung eröffnet noch diese Woche 

Doch nun gibt es tolle Neuigkeiten. Laut der Nachrichtenagentur Reuters will Lucid Motors noch in diesem Jahr seine Autos auf die europäischen Straßen bringen. Einige Modelle sollen demnach bald in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Norwegen verfügbar sein. Darüber hinaus soll bereits am morgigen Freitag die erste deutsche Niederlassung in München eröffnet werden. Die ersten Elektroautos könnten dann Ende des Jahres zur Auslieferung bereitstehen. „Die Expansion nach Europa und die Entscheidung, die Lucid Air Dream Edition auf diesem Markt anzubieten, stärkt die Position von Lucid als globale Marke und unterstützt unsere Mission, die Standards der Elektrofahrzeugindustrie anzuheben“, sagte Zak Edson, VP of Sales and Service, Lucid.

Wer Interesse an einem Air Dream Edition Modell hat, muss jedoch tief in die Tasche greifen. Erst kürzlich hob das amerikanische Start-up die Preise für die luxuriösen Autos an, ein Fahrzeug kostet derzeit 218.000 Euro. Schon jetzt können potenzielle Kunden in Europa eine Reservierung in Höhe von 300 Euro tätigen, um schnellstmöglich ein Auto zu erhalten, sobald die Auslieferungen beginnen. Neben der Niederlassung in München sind noch weitere Expansionen in mehreren europäischen Großstädten geplant. 

Geduld könnte sich auszahlen 

Anleger im BörsenNews Forum sind jedoch realistisch und wissen, dass sie für Lucid Motors einen langen Atem benötigen. Nutzer Malwitz schreibt: “[…] Ich liebe das Unternehmen bin aber mittlerweile auch vorsichtiger geworden. Sollte der Businessplan aufgehen, wovon ich ausgehe, dann ist Lucid erst in ein paar Jahren profitabel. In diesem Umfeld und bei einem kapitalintensiven Geschäft aktuell ist das sehr herausfordernd. Das werden zwei bis drei harte Jahre… vielleicht vergleichbar mit der Zeit 2017-2020 bei Tesla. Erst dann griff alles ineinander und die Post ging ab weil die Produktion funktionierte.” 

/aw