FARMINGTON (dpa-AFX) - Gute Geschäfte mit der Luftfahrtindustrie haben dem US-Industriekonzern United Technologies <US9130171096> (UTC) im vierten Quartal weiteren Schub verliehen. Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar (rund 17,8 Milliarden Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Farmington bei der Vorlage der Jahresbilanz mitteilte. Das Wachstum kam vor allem dank der Übernahme des Flugzeugausrüsters Rockwell Collins entstandenen Luftfahrt-Zulieferers Collins Aerospace. Organisch - sprich ohne Zu- und Verkäufe - wuchsen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr nur um rund 1 Prozent.

Der bereinigte Gewinn je Aktie bezifferte sich auf 1,94 Dollar und war damit um ein Prozent rückläufig. Allerdings lag United Technologies bei beiden Werten deutlich über den Erwartungen der Analysten. Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten dennoch nicht gut an. Die UTC-Aktie lag im vorbörslichen New Yorker Handel um rund 1,4 Prozent im Minus.

Während Collins Aerospace im Schlussquartal rund ein Drittel zulegen konnte, stagnierte das Wachstum beim konzerneigenen Triebwerksbauer Pratt & Whitney. Der Aufzugbauer Otis verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg, beim Klima- und Kühlgerätehersteller Carrier gingen die Erlöse dagegen leicht zurück. United-Technologies-Chef Greg Hayes zeigte sich mit dem Jahr 2019 trotzdem zufrieden. Das Geschäft mit der Luftfahrtindustrie sei weiterhin stark gewesen, zudem sei Otis zu profitablem Wachstum zurückgekehrt.

Im Gesamtjahr steigerte UTC den um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie um 9 Prozent auf 8,26 Dollar. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 77 Milliarden Dollar und organisch um 5 Prozent. Bei beiden Werten lag UTC damit oberhalb der erst im vergangenen Herbst erneut angehobenen eigenen Prognose und über den Erwartungen der Marktexperten.

Mit Blick auf das Jahr 2020 stellt der Industriekonzern seine Investoren auf Abstriche ein: Auch aufgrund des anhaltenden Flugverbots und der Probleme mit Boeings Krisenjet 737 Max rechnet United Technologies für Collins Aerospace mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. UTC gehört zu den wichtigen Boeing-Zulieferern. Hinzu kämen Auswirkungen von Veräußerungen im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Zusammenschluss mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon. Der bereinigte operative Gewinn von Collins Aerospace dürfte daher im Vergleich zu 2019 zwischen 275 und 325 Millionen Dollar sinken. Dagegen soll der Umsatz des konzerneigenen Triebwerkbauers Pratt & Whitney im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr steigen, der bereinigte operative Gewinn zwischen 225 und 275 Millionen Dollar zulegen.

Die geplante Abspaltung der Aufzugssparte Otis und des Klima- und Kühlanlagenherstellers Carrier soll zu Beginn des zweiten Quartals abgeschlossen sein, hieß es nun. Ziel sei es, auch die Übernahme des US-Rüstungskonzerns Raytheon weitgehend parallel zur Abspaltung der beiden Sparten vollzogen zu haben./eas/mne/fba