Die Lufthansa (WKN: 823212) kämpft weiter mit den Auswirkungen der Pandemie. Die Nachfrage bleibt schwach, die Aussichten ungewiss und die Finanzen katastrophal. Schon das vergangene Jahr hat tiefrote Zahlen mit sich gebracht. Bisher bestand zumindest noch die Hoffnung, dass das laufende Jahr eine schnelle Trendwende mit sich bringen würde. Diese Hoffnung wurde aber spätestens mit den Zahlen für das erste Quartal zerschlagen.

Hohe Verluste belasten die Bilanz

Das erste Quartal war ein weiteres Mal von hohen Verlusten geprägt. Nach Steuern hat die Lufthansa etwa 1 Mrd. Euro verloren. Obwohl diese Zahl kaum jemanden zu Freudensprüngen animieren dürfte, ist es doch ein enormer Fortschritt gegenüber dem Vorjahreswert. Damals lag der Verlust noch bei 2,1 Mrd. Euro.

Dennoch werden die Verluste zu einer immer größeren Belastung. Nach letztem Stand liegt die Nettokreditverschuldung bei knapp 11. Mrd. Euro und damit schon fast beim Doppelten der aktuellen Marktkapitalisierung der Lufthansa (Stand: 30.04.2021)!

Drohende Kapitalerhöhungen beschränken das Kurspotenzial der Lufthansa-Aktie

Um in diesem immer weiter wachsenden Schuldenberg nicht zu ersticken, wird sich die Lufthansa auf der Hauptversammlung die Genehmigung zur Ausgabe neuer Aktien besorgen. Deshalb ist in den kommenden Monaten damit zu rechnen, dass ein riesiger Haufen neuer Aktien auf den Markt geworfen wird.

Insgesamt möchte sich die Lufthansa die Ausgabe von etwa 2,1 Mrd. Aktien genehmigen lassen. Aktuell sind dagegen nur etwa 598 Mio. Aktien im Umlauf. Würde die Lufthansa nun tatsächlich die maximale Zahl von etwas mehr als 2,1 Mrd. Aktien in Umlauf bringen, würde das die Zahl der ausstehenden Aktien auf einen Schlag verfünffachen.

Die große Frage ist, ob dieser Schritt allein ausreichen wird, um die Bilanz zu sanieren. Das hängt davon ab, wie viel Geld die Lufthansa tatsächlich mit einer Kapitalerhöhung einnehmen würde. Denn die genannten Werte sind nur Indikationen und keineswegs konkrete Pläne. Die Lufthansa kann sich theoretisch auch komplett gegen eine Kapitalerhöhung entscheiden. Das ist allerdings aus meiner Sicht extrem unwahrscheinlich, da die Verschuldung dringend verringert werden muss.

Das Eigenkapital schmilzt dahin

Das laufende Geschäft wird in naher Zukunft voraussichtlich auch weiter kein Geld abwerfen. Für das laufende Jahr rechnet die Lufthansa mit einer insgesamt sehr schwachen Nachfrage. Die Prognose wurde gerade erst nach unten angepasst. Demnach wird die angebotene Kapazität, gemessen in Sitzkilometern, nur bei etwa 40 % des Vorkrisenwertes liegen.

Deshalb ist es auch nicht auszuschließen, dass es in den folgenden Jahren zu weiteren Kapitalerhöhungen kommen wird. Das katastrophale letzte Jahr hat das Eigenkapital schon jetzt gefährlich schwinden lassen. Von den 10 Mrd. Euro Eigenkapital am Anfang des letzten Jahres sind nach letztem Stand noch 2 Mrd. Euro übrig! Und da die Nachfrage immer noch niedrig ist, verbrennt die Lufthansa weiterhin jeden Monat Geld. Da liegt die Ausgabe weiterer neuer Aktien als Weg zu einer komfortableren Eigenkapitaldecke nahe. Daher könnte der Aktienkurs in den kommenden Jahren unter Druck geraten. Zumindest so lange, bis die Lufthansa wieder profitabel arbeiten und die Verschuldung aus eigener Kraft reduzieren kann.

Der Artikel Lufthansa-Aktie: Droht jetzt die Bruchlandung? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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