FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei der Lufthansa fällt am (heutigen) Donnerstag eine schwerwiegende Entscheidung. Die Aktionäre des Unternehmens stimmen bei der außerordentlichen Hauptversammlung (Beginn 12.00 Uhr) darüber ab, ob sie den Staat für rund 300 Millionen Euro als Anteilseigner einsteigen lassen wollen oder nicht. Damit fest verbunden ist das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket, das in den Wochen zuvor mühsam zwischen Frankfurt, Berlin und Brüssel ausgehandelt worden ist. Falls der Staatseinstieg ins Grundkapital platzt, ist auch das übrige Rettungspaket aus stiller Beteiligung und KfW-Kredit erst einmal hinfällig.

Unmittelbar vor der Hauptversammlung signalisierte der Großaktionär Heinz Hermann Thiele Zustimmung zu dem milliardenschweren Rettungspaket für die Fluggesellschaft. Damit stünde dem damit verbundenen Einstieg des Staates bei der Lufthansa nichts mehr im Wege. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitierte Thiele mit den Worten: "Ich werde für die Beschlussvorlage stimmen." Er stimme gegen die Insolvenz, denn: "Es liegt im Interesse aller Lufthansa-Mitarbeiter, dass das Management zügige Verhandlungen mit den Gewerkschaften über die nötige Restrukturierung führen kann."

Thiele könnte als größter Aktionär mit einem Anteil von 15,5 Prozent den Staatseinstieg alleine verhindern. Grund ist die bereits feststehende geringe Beteiligung von weniger als 38 Prozent der Stimmrechte, die Thiele an diesem Schicksalstag der Lufthansa eine Sperrminorität verschafft. Der 79 Jahre alte Selfmade-Milliardär hatte im Vorfeld die Bedingungen des Rettungspakets scharf kritisiert./ceb/stw/DP/nas