Die Lufthansa (WKN: 823212)-Aktie erlebte in den letzten Monaten eine spektakuläre Achterbahnfahrt. Das Geschäft liegt komplett brach, weil momentan niemand in den Urlaub fliegt und auch kaum Geschäftsreisende unterwegs sind. War man anfangs noch optimistisch, die Lage würde sich bis zum Jahresende wieder einigermaßen normalisieren, ist man inzwischen schon froh, wenn man genügend Passagiere finden kann, um 25 % der ursprünglich geplanten Kapazität fliegen zu können.

Hoffnung auf einen Impfstoff beflügelt die Lufthansa-Aktie

Die Hoffnung auf einen wirksamen Impfstoff ist genau die Nachricht, die die Lufthansa gebraucht hat. Denn wenn es erst einmal so weit ist, dass ein Impfstoff verfügbar ist, besteht Hoffnung, dass sich die Geschäfte wieder normalisieren. Dabei muss man natürlich beachten, dass sich der Markt wahrscheinlich dauerhaft verändern wird. In Zukunft wird es voraussichtlich weniger Geschäftsreisen geben, da man aktuell Erfahrung sammelt, wie die Meetings effizienter gestaltet werden können, wenn sie virtuell stattfinden. Geschäftsreisende sind aber traditionell die lukrativsten Kunden der Airlines und damit eine wichtige Zielgruppe. Sollte sich dieser Markt nicht wieder normalisieren, wäre das sehr schlecht für die Lufthansa. Doch es gibt Hoffnung, dass man zumindest mit den Kostensenkungen vorankommt.

Einigung auf Sanierungsplan mit den Gewerkschaften

Bisher sah es auf der Kostenseite eher düster aus. Die Lufthansa kam in den letzten Monaten kaum damit voran, die Kosten zu senken. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ist deshalb ein operativer Verlust von 4,16 Mrd. Euro angefallen. Um die Verluste einzudämmen, hat die Lufthansa bereits mehrere Sparprogramme beschlossen. Zentraler Bestandteil des aktuellen Plans ist die Verkleinerung der Flotte. Um insgesamt 150 Flugzeuge soll sie verkleinert werden.

Jetzt konnte man aber einen großen Schritt in die richtige Richtung machen und sich mit den Gewerkschaften auf einen Sanierungsplan einigen. Dieser Plan sieht vor, dass die Personalkosten um etwa 200 Mio. Euro pro Jahr gesenkt werden. Gleichzeitig verpflichtet man sich, bis 2022 auf Entlassungen zu verzichten. Die Personalkosten sind einer der größten Kostenfaktoren der Lufthansa. Deshalb war die Einigung über die Reduzierung dieser Kosten enorm wichtig.

Verschuldung steigt und steigt

Denn die hohen Verluste haben bereits deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen. Inzwischen liegt die Nettokreditverschuldung bei 8,9 Mrd. Euro. In den kommenden Monaten wird dieser Berg mit Sicherheit noch größer werden.

Dank der großzügig bemessenen Stützungsmaßnahme durch den Staat hat die Lufthansa zumindest noch genügend Geld, um den Mittelabfluss eine Weile zu verkraften. Denn am Ende des dritten Quartals standen noch 10,1 Mrd. Euro an Liquidität zur Verfügung. Trotzdem ist es extrem wichtig, dass die Mittelabflüsse im kommenden Jahr spürbar reduziert werden. Aktuell plant die Lufthansa, im Laufe des kommenden Jahres wieder Mittelzuflüsse verbuchen zu können. Ob die Planung aufgeht, ist eine andere Frage.

Die Einführung eines Impfstoffs in den kommenden Monaten könnte da enorm hilfreich sein. Denn wenn die Ansteckungsgefahr gebannt ist, könnte sich der Markt für die Airlines wieder beleben. Gleichzeitig werden die Kosten in den kommenden Monaten deutlich sinken und den Druck auf die Bilanz verringern. Kein Wunder also, dass die Aktie in den letzten Tagen stark gestiegen ist. Wer jetzt einsteigt, muss aber starke Nerven beweisen. Denn wie lange die Markterholung dauern wird, ist nicht absehbar. Und wenn es so weit ist, müssen die enormen Schulden dringend verringert werden. Die Wünsche der Aktionäre werden da sicher erst mal in den Hintergrund geraten.

The post Lufthansa meldet Fortschritte bei Kostensenkungen. Ist das die Einstiegsgelegenheit? appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

Du kannst alle Details und unsere Tipps dazu erfahren, indem du unseren kostenlosen Spezialreport hier anforderst.

Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Jetzt den vollständigen Artikel lesen