Der deutsche Fluggesellschaft Lufthansa setzt sich für Verständnis für seinen harten Kurs gegen den Rivalen Condor ein.

So äußert sich der Lufthansa-Vorstand

Die Wettbewerbsbeschwerde des Fliegers beim Bundeskartellamt habe „keine Berechtigung“, teilte Vorstandsmitglied Michael Niggemann in dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Lufthansa-Politikbrief mit. Man könne der Lufthansa nicht zum Vorwurf machen, dass sie in Konkurrenz zu Condor-Strecken trete, weil es im Wettbewerb keine Streckenmonopole gebe.

Die Fluggesellschaft will sich stärker dem Touristikgeschäft widmen, bei dem nach der Corona-Krise eine schnellere Erholung erwartet wird als den Geschäftsreisen. Dabei stehe im Mittelpunkt, eigene Arbeitsplätze zu halten. Außerdem verteidigte Niggemann die Kündigung des langjährigen Kooperationsvertrags über Zubringerflüge für die einstige Tochtergesellschaft zum 1. Juni. „Es gilt Vertragsfreiheit“, so der für Personal und Recht zuständige Vorstand.

Somit habe Condor keinen Anspruch auf „Sonderkonditionen“ bei Zubringerflügen und könne diese nun zu gleichen Bedingungen bei Lufthansa buchen wie viele andere Wettbewerber auch. Niggemann legte der deutlich kleineren Airline ans Herz: „Condor kann alternativ eigene Zubringerflüge organisieren oder zu dem für sie zentralen Flughafen Frankfurt die Bahn als Zubringer nutzen.“

Klage auch beim Gericht der Europäischen Union

Auch beim Gericht der Europäischen Union hat Condor Klage eingereicht, um die Auflagen zur staatlichen Lufthansa-Beihilfe von neun Milliarden Euro überprüfen zu lassen. Niggemann wies darauf hin, dass Condor selbst vom Staat gerettet worden ist und sich über einen Langfrist-Kredit der KfW-Bank finanziert.

Er sagte: „Die Frage der staatlichen Unterstützung darf auf kommerzielle Entscheidungen der Unternehmen keinen Einfluss haben. Das gilt für uns und für Condor gleichermaßen. Auch Condor sollte sich schlicht dem Wettbewerb stellen und damit den Beweis für die eigene Zukunftsfähigkeit antreten.“

So reagiert die Börse

Die Lufthansa-Papiere klettern unterdessen im XETRA-Handel zeitweise um 2,49 Prozent auf 11,95 Euro.