Frankfurt/Main (dpa) - Die Lufthansa will die Crews in ihren kleineren Langstreckenjets um eine Kraft verringern. Dafür sollen die Kabinenchefs (Purser 2) stärker in den direkten Service eingebunden werden, bestätigte das Unternehmeneinen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

Bereits seit 2016 werde das Konzept in Abstimmung mit der Kabinengewerkschaft UFO erprobt, erläuterte eine Sprecherin. Nun werde überprüft, ob das Konzept für die Airbus-Langstreckenflugzeuge A330, A340 und A350 übernommen werden könne.

Die Gewerkschaft will die Einsparung jeweils eines Flugbegleiters nicht hinnehmen. Man könne sich nicht als Premium-Airline feiern lassen und gleichzeitig beim Service knapsen, argumentierte sie. Tarifexperte Nicoley Baublies warf der Lufthansa vor, mit dem Vorstoß gegen geltende Tarifverträge zu verstoßen. Dem widersprach die Lufthansa. «Das angepasste Purser-Konzept ist mit den geltenden Tarifverträgen vereinbar», erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Baublies sagte, in der Belegschaft herrsche großer Unmut. In den kommenden Wochen werde man daher einzelne Tarifverträge kündigen, um schnell eine mögliche Streikbereitschaft herzustellen. «Das Unternehmen hat viel Vertrauen verspielt, die Leute sind einfach nur sauer», sagte der Gewerkschafter.